Meinung

Wie ich die Medien hasse

(Einfach mal abschalten … Testbild; Rotkaeppchen68; CC BY-SA 3.0)

Boris Becker also auch – der ehemalige Tennisspieler ist also auch Berliner. Das weiß ich nicht, weil ich ihn kenne und er es mir gesagt hat, sondern weil ich heute zufällig Radio gehört habe. NDR fand es erwähnenswert, was Becker und andere Prominente auf Twitter zu den Ereignissen in Berlin gepostet haben.
Seit gestern Abend Spekulationen nonstop. Wie ich die Medien dafür hasse. Nicht nur, dass sie ihr Reputation verspielen, nein. Nicht-Themen werden aufgeblasen, nur um die geifernde Fangemeinde mit „News“ zu versorgen. Kein Wunder, wenn die Stimmung hochkocht und Ängste geschürt werden.

Manchmal sehne ich mich zu einer Zeit ohne Frühstücks-TV, Internet, Facebook Safetycheck und Rund-um-die-Uhr-Fernsehen zurück. Eine Zeit, in der nachts irgendwann nur noch das Testbild auf dem Bildschirm flimmerte. Da gab es zwar auch Terror, aber die Täter bekamen nicht so viel Aufmerksamkeit.

Ich erinnere mich an eine Geschichte, die mir mal ein guter Freund erzählt hat: Während der Zeit der Anschlagsserie in Paris in den Neunziger Jahren machte er sich auf den Weg zu den Haute Couture Schauen. Er saß in einem mit lediglich vier Passagieren besetzten Flugzeug und die Sicherheitsvorkehrungen vor den Schauen wurden massiv erhöht. Davon hat kaum jemand etwas mitbekommen und selbst Boris Becker wurde nicht zu seiner Meinung gefragt, obwohl er damals noch zu den besten Tennisspielern der Welt gehörte. Gut, dass es Twitter damals noch nicht gab.

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  • Siegmar
    20. Dezember 2016 at 13:37

    So ist, in den Medien tauchen sofort die Terrorexperten auf ( ist das eigentlich ein Lehrberuf ? ) , die Medien berichten über die Abwicklung des Sperrbandes und Augenzeugen werden befragt, die 2 KM von dem Ort entfernt standen. Die Berichterstattung wird aufgebläht zu einem medialen Superereignis und es wird spekuliert und schwadroniert. Angst wird auf eine üble Art verbreitet und das spielt alles den Parteien zu, die wir genauso nicht wollen, die das jetzt aber ganz groß nutzen für ihre bösartige Hetze, siehe Prezell AfD, kein Wort der Trauer über die Opfer, einfach nur Hetze. widerlich.

  • Roman
    20. Dezember 2016 at 13:48

    Spricht mir aus der Seele. Für die AfD war es doch ein Fest, dass es anfangs ein Flüchtling gewesen sein soll. Jetzt heisst es dass esvein ganz anderer gewesen sein kann. Jeder instrumentalisiert den Anschlag wie er will.