Beauty Interview

Wellness in West-Berlin – Antje Damith im Interview

(Antje Damith, Spa-Managerin Aspria Berlin Ku’damm; Bild: Aspria)

Denke ich an den Ku’damm, kommt mir als Erstes Rolf Eden in den Sinn. Der „Eden-Saloon“, der erster Laden von „Deutschlands letztem Playboy“ an der Nestorstraße / Ecke Kurfürstendamm, konnte mit Pool und Sitzbadewanne aufwarten – also, wenn man so will, heutigen Wellnessstandards.
Genau am anderen Ende des Ku’damms findet sich in einer kleinen Seitenstraße das Aspria. Im Gegensatz zum „Eden-Saloon“ handelt es sich hier allerdings um eine wahre Wellness-Oase – zwar auch mit Pool, dafür aber ohne den Mief längst vergangener Zeiten, sondern mit Hotel, Fitnesscenter und einem beeindruckendem Spa & Wellnessbereich.
Wir trafen uns mit Antje Damith, der Spa-Managerin, zum Gespräch über die „Lomi Lomi Nui“-Massage, Wellnesstrends und wie ein Einmal-Slip dazu beigetragen hat, das Eis zwischen ihr und einem Kunden zu brechen …

Frau Damith, mit einer Massage kommt man meist als erstes aus medizinischen Gründen in Kontakt – wie war es bei Ihnen?
Ich habe nach meinem Abitur ein soziales Jahr in einem Heim für Behinderte absolviert. Das war eine ganz tiefgehende und auch wunderbare Erfahrung. Dort gab es einige Charaktere die besonders aufbrausend waren und schnell laut wurden. War aber dann die Physio oder eine Entspannungstherapeutin da war, waren diese Menschen wie ausgewechselt. Das hat mich beeindruckt und fasziniert.
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Bild: Aspria

Erzählen Sie von sich: wie wird man Spa-Managerin? Wie sieht ihr Lebenslauf aus?
Nach dem sozialen Jahr habe ich eine staatliche Ausbildung als Masseurin und medizinische Bademeisterin abgeschlossen. Anschließend habe ich viele Jahre in verschiedenen 5-Sterne-Hotels, u.a. dem Ritz Carlton und dem Adlon, als Therapeutin gearbeitet. Meine damalige Adlon-Vorgesetze hat mich dann Ende 2011 für einen Posten als Treatment Managerin angeworben und seitdem habe ich leitende Spa-Funktionen in verschiedenen Häusern gehabt.
 
Wann kam das Faible zur „Lomi Lomi Nui“-Massage dazu? Reisen Sie gerne nach Hawaii?
Mit Lomi Lomi kam ich das erste Mal im Arosa Scharmützel See in Berührung. Wir hatten eine wundervolle Schulung bei Karina Wagner, einer sehr bekannten Lomi Lomi Lehrerin.
Sie hat bei mir sofort die Liebe zu dieser Massage geweckt. Ich habe danach noch 2 weitere Kurse bei ihr belegt. 2010 nahm ich in Australien an einer mehrwöchige Ausbildung teil, in einem anderen Stil der Lomi Lomi, der „Ka Huna Massage“.
Mein Traum ist es, einmal nach Hawaii zu reisen, um mich dort weiter zu bilden. Zu gerne würde ich diese wunderbare Massage gerne dort geben.

 
Wie unterscheidet sich die hawaiianische Massage von einer „normalen“?
Die hawaiianischen Massage wirkt ganzheitlich. Die Muskeln und Gelenke werden durch tiefgehende Griffe entspannt. Traditionell wurde die Lomi Lomi als Teil eines Rituals durchgeführt, welches an einschneidenden Lebensabschnitten durchgeführt wurde. Durch die Behandlung soll es gelingen, körperliche und emotionale Altlasten gewahr zu werden und diese liebevoll los zu lassen. Die Massage ist einfach eine ganz besondere Erfahrung.
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Bild: Aspria

Wie ist insgesamt die Entwicklung im Bereich Wellness? Beobachten Sie Trends in den letzten Jahren oder auch absolute No-Go’s?
Die Trends unterscheiden sich sehr zwischen kleinen Kosmetikstudios und Hotel oder Day Spas. Bei uns stehen die Körperanwendungen im Mittelpunkt. Klassische Massagen, Peelings und Körperrituale. In den Kosmetikstudios werden eher Gesichtsbehandlungen, Maniküren und Pediküren gebucht. Ein „No-Go“ für mich sind schlecht ausgebildete Therapeuten, die ein riesiges Behandlungsspektrum abdecken. Ich stelle lieber Spezialisten ein und dann ein paar mehr, um eine entsprechende Vielfalt an professionellen Behandlungen anbieten zu können.
 
Wir sprachen gerade von No-Go’s. Was halten Sie von „privaten Massagen“ – also das Kneten des Rückens des Partners/ der Partnerin. Nützt es was oder ist es vergebene Liebesmüh?
Es ist wunderbar, seinem Partner etwas Gutes zu tun und gut für jede Beziehung. Wenn man die wichtigsten Regeln befolgt, sollte nichts schief gehen: keinen Druck auf der Wirbelsäule, keine zu starken Bewegungen und regelmäßig nach dem Wohlbefinden fragen. Um allerdings richtig wirksam zu arbeiten, empfiehlt sich ein Massage-Workshop. Oder einfach ein Geschenk-Gutschein bei uns!
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Bild: Aspria

Haben Sie dennoch Tipps für Wellness in den eigenen vier Wänden?
Bäder mit Honig und Milch, Salz-Öl-Peelings für Körper und Füße, erfrischende Packungen für das Gesicht mit frischen Zutaten (z. B.Gurken-Mousse).
 
Was sagen sie Wellness-Neulingen, um ihre Hemmschwelle fallen zu lassen?
Trauen Sie sich, kommen Sie vorbei und fühlen Sie sich wohl. Stellen Sie dabei so viele Fragen wie möglich und nötig – das baut unnötige Nervosität ab.
 
Unterscheiden sich Männer und Frauen in den Wellness-Gewohnheiten? 
Männer lieben Facials unter 45 Minuten und die klassische schwedische Massage. Maniküre wird auch oft gefragt und langsam zieht auch die Pediküre nach.
 
Sie bieten im Aspria verschiedene Treatments an – welche sollte man sich „mal“ gönnen und welche sollte man regelmäßig in Anspruch nehmen?
Das ist schwer zu sagen, es kommt auf die Lebenssituation an. Habe ich Schmerzen? Bin ich überspannt? Fehlt mir Energie? Macht meine Haut Probleme? Richtige Kuren können in einem kurzen Zeitraum Wunder bewirken. Microdermabrasion sollte man z. B. nur maximal einmal im Monat machen.
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Bild: Aspria

Frau Damith, Sie arbeiten jetzt schon über 12 Jahre in dem Bereich – da haben Sie doch sicher auch etwas zum Schmunzeln erlebt – mögen Sie uns davon berichten?
Einmal hat ein älterer Herr und Wellness-Anfänger sich fröhlich den Einmal-Slip, den wir Ganzkörper-Massagen verwenden als eine Art Badekappe auf den Kopf gesetzt. Als ich in die Kabine kam, stand er wie Gott ihn schuf vor mir und fragte ganz unbedarft, ob das so richtig sei. Es war so zauberhaft und wir haben beide sehr gelacht. Das Eis war gebrochen.
 
Ich danke für das angenehme Gespräch!

Aspria Berlin Ku’damm
Karlsruher Straße 20
10711 Berlin

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  • Susanne
    19. Juli 2016 at 12:30

    Super Interview! 😉

  • Nadine Andres
    20. Juli 2016 at 08:19

    Toller Artikel !

  • Cosmo
    20. Juli 2016 at 09:37

    Toller Artikel-
    tolles Hotel!

  • Siegmar
    25. Juli 2016 at 09:04

    sollte man mal besuchen, danke für den Tip