Männermode

Präsentation: Back to the Roots – Paul Smith Fall/Winter 2016

Bild: Paul Smith

Unter dem Motto „You found inspiration in everything“ zeigte Paul Smith bei den London Collections: MEN, auch wenn er mittlerweile mit seiner Mode auf allen Kontinenten vertreten ist, dass alles aus den kleinsten Wurzeln und aus der Fantasie entstand. Den Trend, den viele alte Hasen der Branche verspüren, sich nach den Zeiten, in denen scheinbar alles möglich war, wieder auf die Ursprünge und der Sehnsucht nach der Einfachheit zu besinnen, brachte Smith mit seiner Präsentation in der Pace Gallery, einer der bekanntesten Londoner Galerien für zeitgenössische Kunst, auf den Punkt.
Paul Smith Fall Winter 2016 2017 London Collection Men 2
Bild: Paul Smith

Angefangen hat die Karriere von Paul Smith 1970 mit einem winzigen Shop, der mit einer Grundfläche von nur drei mal drei Metern zweimal in der Woche seine Türen geöffnet hatte. Smith arbeitete dort als einziger Verkäufer und bot neben allerlei Skurrilem auch ein paar selbst entworfene Hemden, Pullis und Shirts an – immer mit dabei: sein Afghane. Genau diesen winzigen Shop baute er jetzt als Installation in der Galerie auf, daneben natürlich mit einer größeren Range der Männersachen für den nächsten Winter.
Paul Smith Fall Winter 2016 2017 London Collection Men
Bild: Paul Smith

Die Galerie spielt im Leben von Paul Smith eine wichtige Rolle, denn die Künstler, die Pace ausstellt und vertritt, beeinflussten ihn in seinem Stil. John Hoyland inspirierte ihn zum Beispiel mit seinen Farben und seinen Techniken zu den Farbkonzepten der einzelnen Kollektionen, wohingegen ihm Anthony Caro die Sichtweise auf die Kreationen vermittelte. Der Stil von Paul Smith basiert immer auf klassisches britisches Schneiderhandwerk aber mit dem ganz gewissen Kick, die Details aus den Einflüssen von anderen Bereichen zu beziehen.
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Bild: Paul Smith

Das, was damals wie ein Chaos in dem kleinen Shop wirkte, wurde schon immer von Paul Smith arrangiert. Er glaubt an das „Prinzip der guten Nachbarschaft“ und daran, dass sich alle Dinge gegenseitig beeinflussen. So kann bei den Kollektionen der Gedanke an die Musik eines argentinischen Tangos die Grundlage für eine neue Tasche bilden, oder die Architektur in einem Londoner Stadtteil zu Mustern oder einem Zifferblatt einer neuen Uhr inspirieren. Eigentlich ist damit Paul Smith‘ Designansatz sehr „old school“, aber so funktioniert für den Engländer Kreativität.
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Bild: Paul Smith

„Something old, something new“ scheint das Motto der Kollektion von Paul Smith für den nächsten Winter zu sein. Die Grundidee basiert auf Vintage-Einflüsse, wie zum Beispiel Radlertrikots der Dreißiger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts, nur eben mit den heutigen Augen gesehen oder mit für Paul Smiths typischen Prints versehen.
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Bild: Paul Smith

Der Hang zur Einfachheit scheint sich bei vielen Designern als Trend abzuzeichnen. Das hat sicherlich damit zu tun, dass sich beim Konsumenten die Tendenz entwickelt, bewusst zu agieren. Der Kunde hat keine Lust mehr auf ein Überangebot und das „aufgeblasene“ Mehr. Paul Smith ist damit wie immer seiner Zeit voraus, vielleicht, weil er aus fast allem eine Inspiration ziehen kann …

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  • Siegmar
    20. Januar 2016 at 10:15

    Gefällt mir sehr, der Shop und die Radfahrerteile