Interieur

Office de luxe – Puiforcat by Joseph Dirand

(Bild: Adrien Dirand für Puiforcat)

Puiforcat steht für eine der berühmtesten Silberschmieden des französischen Luxushandwerks. Gegründet wurde die Firma 1820 im Pariser Marais und stellte anfangs, wie viele der damals mitten in der Pariser Innenstadt produzierenden Silberschmieden, traditionelle Bestecke und Tafelaufsätze her. Der Wandel vollzog sich erst mit Jean Puiforcat (eigentlich Jean-Émile Puiforcat), der ein begnadeter Designer und Hauptvertreter des modernen Art-déco-Stils war. Noch heute steht Puiforcat besonders für seine Entwürfe und die logische Folge bei Neukreationen, die auf der Stilistik aus der Zeit beruhen.

Bild: Adrien Dirand für Puiforcat

Mittlerweile wird Puiforcat von der Hermès-Gruppe unterhalten. Von Zeit zu Zeit geht das Unternehmen Kooperationen mit Künstlern oder Entwerfern ein, so wie jetzt erstmals ein Innenarchitekt für ein Projekt gewonnen werden konnte. Joseph Dirand ist mit Leib und Seele in „seinem“ Paris zu Hause und man sieht ihn, immer auf der Suche Inspirationen, häufig in der Stadt auf dem Rive Droite oder Rive Gauche. Besonders die frühe Moderne der Zwanziger Jahre und das Mid-Century-Design fließen bei seinen zahlreichen Projekten, die meist sein Bruder fotografiert, ein. Die beiden schlaksigen Parisien Brüder passen genau in das Bild, was man von lässigen Kreativen der französischen Hauptstadt hat. Neben Restaurants, wie das „Monsieur Bleu“ im Palais de Tokyo, hat Joseph Dirand auch viele Läden, wie die Chloé-Flagship-Stores und private Residenzen, zum Beispiel in der Avenue Montaigne, eingerichtet.

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Puiforcat

Joseph Dirand steht für einen puren, aber warmen Stil, verbindet häufig Art déco mit Elementen des Fifties Design und außergewöhnlichen Material Cross-over. So setzt er zum Teil Marmor oder Travertin zu gebürstetem oder brüniertem Messing ein, legt dann als Kontrast dicke Teppiche und kombiniert in warmen Farben bezogene strukturierte Sessel und Sofas dazu.
Die Aufgabe, sich in die Codes und die Heritage eines Jean Puiforcat hineinzuversetzen und trotzdem etwas Eigenes zu schaffen, nahm der Franzose nur zu gerne an – nicht zuletzt bieten die Archive unglaubliche Schätze und Inspirationen. So stattete Puiforcat die ganz im modernen Stil eingerichtete Kapelle des französischen Luxus-Passagierschiffs Normandie, das 1935 in Dienst gestellt wurde, mit Gerätschaften für den Gottesdienst aus.

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Puiforcat

Joseph Dirand entwickelte mit den im Pariser Stadtteil befindlichen Ateliers und den Handwerkern von Puiforcat ein Schreibtischset aus versilberten und vergoldeten Messing, das genau an diese Tradition anknüpft. Der mehrfache „Wallpaper Award“-Gewinner brachte zusätzlich zu Buchstützen, Tesaabroller, Schreibschale, Brieföffner und Ablagen, gleich noch eine Dose für Geheimnisse mit ins Spiel.

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Puiforcat

Die Stücke wurden auf der diesjährigen Messe „Maison et Objet“ vorgestellt und sicherlich kann man sich nichts Edleres und Perfektes für einen Schreibtisch vorstellen. Die Extravaganz besteht in der Kombination und wie man die Einzelteile nebeneinander oder ineinander verschachtelt. Eins ist klar, mein Herz haben die Teile sofort gewonnen. Sie haben das Potenzial, ebenfalls wie die Objekte von Jean Puiforcat, später einmal im „Musée des Arts décoratifs“ zu landen.
Nicht nur die handwerkliche Ausführung ist perfekt; sie repräsentieren auch gut den derzeitigen Wandel der Interieurszene hin zu Dreißiger- und Vierziger-Jahre-Design als Antwort auf den Trend der nordischen Klassiker mit französischem Flair.

Ordnung auf dem Schreibtisch zu bringen – dazu laden die Helfer ein. Aber unordentliche Menschen können sie ja auch einfach in ihr kreatives Chaos einbeziehen …

You Might Also Like

  • thomas
    23. März 2017 at 13:06

    Einfach nur WOW!!!

  • Karl
    23. März 2017 at 19:31

    Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber beeindruckend!

  • Stephanberlin
    24. März 2017 at 14:54

    Sehr dekandent, da eigentlich völlig unnötig..aber dennoch bemerkenswert :-))