Uhren

Montblanc wird smart

(Foto: © Montblanc)

Mit der Montblanc Summit bietet Richemont, zu dem unter anderem Cartier, IWC, Baume & Mercier, Lange & Söhne eben auch Montblanc gehört, die erste Smartwatch des Unternehmens an. Warum der Schweizer Luxusgüterkonzern diesen Schritt wagt, liegt auf der Hand: Die elektronischen Armbanduhren gelten als Heilsbringer einer Branche, deren Umsätze in den letzten Jahren gesunken sind. Dabei sollte doch die Luxusuhrenbranche spätestens seit der Quarzkrise in den 70er- und 80er-Jahren einigermaßen gelassen auf Veränderungen reagieren, oder? Traditionelles Uhrenhandwerk ist eben nicht totzukriegen, auch wenn sicher zahlreiche Firmen aus Fernost der Schweizer Uhrenindustrie das Fürchten lehren möchte.
Nun ist die mit Montblanc Summit aber die erste Smartwatch aus einer traditionellen Luxusuhren-Schmiede da und es gilt, sie in Augenschein zu nehmen.

Foto: © Montblanc

Die Montblanc Summit basiert auf Android Wear 2.0, dem neuesten Betriebssystem für Smartwatches von Google, und dem „Qualcomm Snapdragon Wear 2100“-Prozessor, der lt. Eigenbeschreibung einer der „fortschrittlichsten und leistungsstärksten Prozessoren auf dem Markt für Smartwatches“ ist. Das mag sein, doch auch bei einer Smartwatch ist das erste, was man sieht, das Zifferblatt – Pardon – das Display. Dieses Display hat mit 1,39” (3,53 cm) eine beachtliche Größe, was aber dem insofern auch sein muss, als dass die Uhr ja hauptsächlich per Touchscreen bedient wird.
Als Inspirationsquelle für das 46-mm-Gehäuse sowie für die klassischen Zifferblätter, die vorinstalliert sind, diente die „1858 Collection“ von Montblanc, die sich wiederum von den legendären von Minerva inspirieren lassen hat. Minerva gehört übrigens Herbst 2006 ebenso zu Richemont – das Design bleibt quasi in der Familie.

Foto: © Montblanc

Wie die meisten Smartwatches hält auch die Montblanc Summit nur bedingt Wasser stand. Doch was bedeutet das? Sie entspricht dem Wasserdichtigkeitsstandard „IP68“, was für „Spritzwasser geschützt“ steht – immerhin. Mit einem Armband aus Leder – die für mich schönste Ausführung – sollte man eh nicht schwimmen gehen. Zur Auswahl stehen übrigens acht verschiedene Armbänder.
Wo wir gerade über die Ausstattung sprechen … Die Uhr ist mit einem Mikrofon für die Sprachsteuerung sowie zahlreichen Sensoren ausgestattet, wie einem Schrittzähler und einem Aktivitätstracker. Ferner verfügt sie über ein Gyroskop und einen Kompass, um die Orientierung der Uhr festzustellen, ein Barometer, das die Höhe anzeigen kann, und einen Lichtsensor, der automatisch die Helligkeit des Displays je nach Lichtverhältnissen einstellt. Geladen wird die Uhr über ein Mikro-USB-Kabel auf einer magnetischen Montblanc-Ladestation.

Der integrierte Herzfrequenzmesser ist eigentlich gar nicht nötig – zumindest wenn es um den Preis geht: Der Einstiegspreis liegt bei 890 Euro. Das ist, zumindest bei einer Uhr von Montblanc, vergleichsweise günstig. Aber Montblanc wäre nicht Montblanc, wenn es nicht auch etwas luxuriöser ginge: Kunden haben die Möglichkeit, ihre Montblanc Summit mit einem ganz eigenen Zifferblatt zu veredeln, wobei sie Hand in Hand mit dem kreativen Leiter von Montblanc, den Designern und den Ingenieuren zusammenarbeiten. Dieser Service kostet dann ab 15.000 Euro. Der Höhepunkt des Luxus ist es, nicht nach dem Preis zu gucken, wie Karl Lagerfeld einmal so passend anmerkte …

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