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Filmtipp: „Seht mich verschwinden“ – Die Geschichte von Isabelle Caro

Erst letzte Woche wurde ein Kampagnenmotiv des Labels Saint Laurent Paris von der britischen Behörde zur Überwachung der Werbung, der Advertising Standards Authority, verboten. Das Model, die 18-jährige Kiki Willems, sei zu dünn und eine weitere Veröffentlichung unverantwortlich, hieß es in der Begründung.
Isabelle Caro ließ sich im Jahre 2007 auch ablichten. Die Bilder der „No-Anorexia“-Kampagne des italienischen Modelabels „Nolita“, geschossen von Starfotograf Oliviero Toscana, gingen um die Welt: Isabelle Caro war auf ihnen nackt und wog nur 32 Kilo.

Isabelle Caros Haare waren auf den Bildern streng zurückgekämmt und sie schaut den Betrachter aus tiefliegenden Augen an. Ihr Gesicht, verziert mit tätowierten Sommersprossen, ist das einer alten Frau, ihr Körper nur noch Haut und Knochen. Die Aufnahmen sind gedacht als Statement gegen Anorexie, als Mahnung an den Schlankheitswahn, als Kritik an einer, wie Toscani sagt, „anorektischen Gesellschaft“.
Im September 2007, pünktlich zum Beginn der Mailänder Modewochen, schockieren die Bilder der ausgezehrten Frau auf Plakatwänden in Mailand und Rom und rufen die Medien auf den Plan, die weltweit über das „Magermodel“ berichten. Die Aktion stößt durchaus auf Kritik und so werden nach einigen Tagen die Bilder wieder abgehangen. Die Bilder im Kopf blieben aber bestehen und Caro wurde tatsächlich so etwas wie ein „Star“, der von Presse wie Fans umgarnt wird. Caro genießt die Aufmerksamkeit und hat gleichzeitig ihre Mission gefunden: Sie will der Welt zeigen, was die Krankheit mit einem macht, und ihr zugleich beweisen, dass man sie überleben kann. Doch im November 2010 stirbt Isabelle Caro.

Der Film „Seht mich verschwinden“ begibt sich auf die Spurensuche nach dem Menschen Isabelle Caro. Caro selbst sagt im Film, die Geschichte ihre Lebens hat zwei Perioden: die ersten vier Jahre ihres Lebens und der Rest.
Die Regisseurin Kiki Allgeier fragt sich, was Isabelle Caro von der Gesellschaft wollte, was sie ihr gegeben hat und warum.

„Seht mich verschwinden“ läuft ab dem 02.07.2015 im Kino.

Buch, Regie, Kamera: Kiki Allgeier
Montage: Gesa Marten
Sounddesign und Mischung: Emil Klotzsch, André Bendocchi-Alves
Musik: Masami Tomihisa, Andreas Bjørck
Redaktion: Kathrin Brinkmann (ZDF/arte)
Co-Produzent: Frank Stephan Limbach
Produzent: Gerd Haag
Produktion: TAG/TRAUM Filmproduktion GmbH (Köln) in Koproduktion mit FSL Filmproduktion: (Frankfurt/Main) und ZDF in Zusammenarbeit mit arte, YLE und SVT
Förderungen: Film- und Medienstiftung NRW, BKM, Hessische Filmförderung, DFFF

Originaltitel: FEMMEfille
Herstellungsland und -jahr: Deutschland 2014
Länge: 87 Minuten

  • Noëmi von Unsophisticated Beauty
    7. Juni 2015 at 11:52

    Wow… ich finde das Thema immer sehr berührend.. wer weiss ob ich den Film wirklich anschauen würde..

  • Monsieur_Didier
    7. Juni 2015 at 16:56

    …ja, finde ich auch, wirklich sehr berührens…
    und ich bin mir da auch nicht sicher, das kommt dann immer auf meine jeweilige Konstitution an…

  • HappyFace313
    7. Juni 2015 at 23:50

    🙂 Ich erinnere mich noch an das Sujet von damals und den Wirbel, das es hervorgerufen hat.
    Ich glaube, mir ist der Film zu heftig, weil diese Frau berührt.
    Liebe Grüße 🙂

  • Siegmar
    8. Juni 2015 at 10:27

    Der Film ist mit Sicherheit sehr schwer zu ertragen und ich weiß auch nicht ob ich mir den Film anschauen werde.

  • Tim
    8. Juni 2015 at 14:49

    Der Tipp gefällt mir.

  • britta
    16. Juni 2015 at 05:45

    Ich freue mich auf den Film.