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Durch die rosarote Brille sehen: Petra Collins für Gucci

(Bild: Courtesy of Gucci)

Erinnerungen und Orte ihrer Kindheit, schöne ländliche Landschaften und Interieurs ihrer Heimat Ungarn stehen im Mittelpunkt eines, nun ja, „surrealen“ Kampagnenfilms, den Petra Collins der Gucci Frühling/Sommer 2017 Brillenkollektion gewidmet hat.
Warum es mir etwas schwer fällt, den 1:39 Minuten dauernden Spot zu beschreiben, wird klar, wenn man ihn sich angeschaut hat. Collins schafft sozusagen eine Welt, in der alles nicht ganz so ist, wie es scheint. Was als ein Fenster auf das ländliche Familienleben beginnt, weicht bald einem Traum, in dem im Hintergrund „Eyes without a Face“ spielt – wohlgemerkt in einer sphärischen Version, die ich noch nicht kannte.

Bild: Courtesy of Gucci

Für das Casting des Films musste Petra Collins gar nicht lange suchen: Zentrale Rolle haben die Großmutter und die jungen Cousinen der Kanadierin, die – durch die rosarote Brille, die sie ihrer Oma stibitzen, auf eine surreale Reise gehen.
Im Verlauf des Films heben sich Schlüsselkonzepte der Gucci Frühjahr/Sommer 2017-Brillenkollektion ab, die sich dann der Umgebung und den Charakteren anpassen – aber guckt einfach selbst:

Petra Collins ist sicher den meisten Lesern noch ein Begriff: 2013 löste sie mit einem „Menstruations-Shirt“, das sie für American Apperal entworfen hatte, eine Kontroverse aus. Eine menstruierende Vagina war für viele Medien einfach zu viel des Guten, für andere hingegen galt Collins fortan als Feministin.
Für eine Debatte sorgt Petra Collins mit ihrem „ungarischen Traum“ mit Sicherheit nicht, dafür aber mit einem würdigen Rahmen einer beeindruckenden Brillenkollektion von Alessandro Michele für Gucci. Zuviel des Guten kann wundervoll sein …

Wem der Film zu schnell ging – hier die komplette Gucci Frühling/Sommer 2017 Brillenkollektion:


Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

Bilder: Courtesy of Gucci

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  • vk
    2. März 2017 at 13:16

    ja und nein. generell ist es ganz geil, dass mode ggw sone ungeheure subjektivierung erfaehrt. es knallt und pumpt und scheint alles in summe viel weniger kalkuliert als zb die klassische domaene des allersubjektivsten, die zeitgenoessische kunst, die in weitesten teilen ja bloss noch einen markt reproduziert.
    prada, dries van noten. gucci etc etc, die mode feiert gerade ein sensationelles fest. beim betrachter laufen dann so zwei wahrnehmungschienen nebeneinander. die eine fuehrt fuer wenige millisekunden in die stumme frage ‚wuerdeste so was tragen?‘, um dort sofort von frenetischer, impulsiver zustimmung empfangen zu werden: ist das geil! ist das geil! ist das geil! total zeitgeist! endlich frei! super!
    das ist schon sehr beeindruckend.
    mode ist kunst geworden. und zwar primaer nicht im sinne des anbetungswuerdigen objekts, sondern in der art wie sie uns die bekundung von zeitgenossenschaft in die fresse schlaegt. um gesellschaftlichen nerv zu spueren bin ich frueher auf kunstmessen gerannt, wo mich heute massgeblich kalkuliertes, allzu kalkuliertes begruesst.
    mode dagegen dreht frei. nicht super konzeptionell aber wild und froh, hat marktforschung lang ueber bord geworfen und kuemmert sich nicht um morgen. fumktioniert das langfristig? bei gucci ggw wohl schon. ist auch egal. viel geiler ist, dass es geil ist.

    und geil ist es, wobei, im falle des brillen spots vielleicht nicht ganz so wie sonst. das generationsuebergeifende thema kenn ich schon und erinnert mich hier doch irgendwie sehr an die allweihnachtliche hilfiger-familie. besonders auch weil der bursche mit klappbrille genau das ebenbild eines jungen tommy ist. plakativer 90er hilfiger-style ist ggf ok. aber hilfiger-values suck.