Interview

Die Temples im Interview: „Es gibt eigentlich keine bessere Zeit zu leben, als gerade jetzt“

(Temples; Bild: Ed Miles)

Es ist schwer ein Temples-Konzert zu beschreiben. Es gibt keine riesigen Lichtaufbauten, kein großes Chichi oder Ähnliches. Lediglich das großartige goldene Paillettensakko von Frontmann James Bagshaw war eine gewisse Extravaganz an diesem Abend nicht abzusprechen. Dennoch haben die Jungs der Temples Berlin sofort im Griff gehabt und klingen live tatsächlich genauso wie zu Hause. An diesem Abend waren wir alle im Festsaal Kreuzberg ein einziger psychodelischer Haufen im flackernden Licht. Ein Gemeinschaftserlebnis, was die Temples besonders am „Psychedelic Rock“ schätzen, den sie aktuell wie keine andere Band weltweit salonfähig machen. Jan Who traf für uns Bassist Thomas Walmsley zum Interview.

Jan Who: Willkommen in Berlin und Gratulation zu dem großartigen Gig. Habt ihr an Deutschland besondere Erinnerungen oder Momente die euch in Erinnerung geblieben sind?
Thomas: Oh vielen Dank. Ja, wir hatten immer eine super Zeit in Deutschland. Hier haben wir tatsächlich auch am meisten gespielt wenn wir in Europa unterwegs waren. Dennoch waren wir eine Zeit nicht mehr hier. Umso cooler ist es jetzt mit einem neuen Album hier aufzutreten.

Wie läuft die Tour bisher?
Fantastisch. Wir sind wirklich begeistert. Wir sind ja jetzt seit Februar auf Tour und bisher gibt es keine Müdigkeitserscheinungen (lacht).

Was ist euch eigentlich lieber? Klassische Konzerte oder Festivals?
Ach eigentlich hat beides ganz typische Eigenschaften die wir lieben und die beide zu einzigartigen Erlebnissen machen. Unsere eigenen Shows sind immer zwischenmenschlicher, wohingegen dafür einige Festivals eine unglaubliche Gemeinschaft schaffen die es so nirgendwo sonst gibt.

Euer zweites Album heißt „Volcano“. Hängt das mit den ganzen kreativen Ausbrüchen auf dem Album zusammen?
Das stammt aus einem aus einem Textabschnitt aus ‚Oh! The Saviour‘. Der Name funktioniert super als Abstrahierung und besonders zusammen mit dem Albumcover und dem generellen Thema des ganzen Albums. Es geht dabei um den Vulkan in einem selbst, Selbstzerstörung, Selbstzweifel und Selbstverwirklichung.

Wo liegen die wesentlichen Unterschiede zwischen „Sun Structures“ und „Volcano“?
Ich würde sagen auf Volcano sind wir bewusst direkter als auf „Sun Structures“.

Ihr vertretet das Genre des „Psychedelic Rock“. Was macht das Genre für euch und generell aus und wie seid ihr dazu gekommen?
Der Aspekt der Community. Geteilte Erfahrungen speziell in Bezug auf Livemusik. Wobei man sagen muss, dass der Begriff „Psychedelic“ (dt. psychodelisch) nicht mehr wirklich viel mit der eigentlichen Bedeutung gemeinsam hat. Dennoch ist eine Sache immer mit „Psychedelic Rock“ verbunden und das ist das gemeinsame Erleben von Musik und eine Kameradschaft zwischen Gleichgesinnten. Das ist, denke ich, eine wirklich wichtige Sache an der man festhalten sollte.

Was fasziniert euch denn an der heutigen Zeit?
Wir können heute aus so vielen Dingen schöpfen wie z.B. vergangene Kunst- und Kulturepochen. Es gibt eigentlich keine bessere Zeit zu leben als gerade jetzt.

Man hört so wenig über die privaten Temples. Gibt es irgendetwas verrücktes wie bestimmte Hobbies oder so etwas dem ihr nachgeht wenn ihr nicht auf Tour seid?
(lacht) Leider nicht wirklich. Wir sind tatsächlich sehr normal.

Was sind die aktuellen Top 5 auf der Temples Playlist?

Haruomi Hosono – Sports Men

Chakra (チャクラ) – Myun Myun

Shigeo Sekito – the word II

Osamu Shoji – Jinkou Station Ceres

Yellow Magic Orchestra – Mad Pierrot (1978)

Ich danke fürs Interview!

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  • PeterKempe
    27. April 2017 at 22:44

    Jan, super – danke! Volltreffer!