Interview

Bernhard Roetzel, Stilberater – der Mann, den alle fragen wollen …

Als echter Horstsonian war man ja schon gut im Thema, bevor man dem „Club“ beigetreten ist. Aber nur mal angenommen, ihr wolltet nicht nur mit eurer Kleidung sondern mit dem stilsicheren Gesamteindruck angenehm auffallen und Bestnoten sammeln … hättet ihr dann noch ein zwei Fragen?
So ein persönlicher Stilberater, das wäre schon was. Für oder besser gesagt gegen die kleinen Unsicherheiten, mit denen auch moderne Männer so ihre Erfahrungen haben. Und auch wenn schon die Berufsbezeichnung „Stilberater“ nach ganz schön viel „Savile-Row-Atmosphäre“ klingt, gibt es zwischen den besten Adressen für Hemden, Anzüge und Schuhe nach Maß auch handfeste praktische Hilfe in Fragen des nicht ganz gewöhnlichen, aber alltäglichen Lebensstils. Für Männer, die es sich wert sind, ihrem guten Kern und dem männlichen Charisma mit Charme und Augenzwinkern den passenden Rahmen zu geben.

Aber alles, was Bernhard Roetzel in seinem großen Buch vom Stil „Der Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode“ als gentlemanlike beschreibt, per se unterschreiben, das konnte ich auch nicht. Und drum frage ich besser direkt beim Stilberater der Republik (und sehr weit darüber hinaus) nach.

Herr Roetzel, vielen Dank für Ihre Zusage und herzlich willkommen auf Horstson!

Könnte man gute Stilberatung heute auch via App(lication) oder einem Stilberatungsprogramm auf seinem iPad erfahren?
Ja, das könnte funktionieren. Es gibt da meines Wissens auch schon ein paar ganz gute Angebote. Ich selbst arbeite auch gerade an einer App in dieser Richtung.

Würden Sie deutsche Männer als stilaffin elegant oder eher leger bezeichnen?
Eher als leger. Jedenfalls was die Masse betrifft. Die wenigen Männer, die sich für stilvolle Kleidung interessieren, folgen dann wieder eher der Mode. Trendige Looks kriegen die Deutschen sehr gut hin. Aber natürlich gibt es auch Anhänger des Gentleman-Looks, die sieht man aber eher in Hamburg oder München, manchmal auch in Westfalen oder Leipzig, seltener in Berlin-Mitte.

Wenn ich an Stilberatung denke, habe ich sofort die Fantasie, dass Sie sich in Zeiten von Smartphones und Tablets (in aller Öffentlichkeit genutzt) einem erweiterten Beratungsbedarf gegenüber sehen. Stimmt das so?
Darüber habe ich vor ein paar Tagen mit einem Freund in München gesprochen. Er meinte, dass man heute viel zu viel über die Kleidung redet und schreibt und zu wenig über die Manieren. Dem stimme ich zu. Selbst die einfachsten Grundregeln des Benimms sind in Vergessenheit geraten, von Tischmanieren ganz zu schweigen. Ich werfe es niemandem vor, wenn er nicht sicher ist, wie er eine Wachtel zerlegen soll. Aber anständig am Frühstückstisch sitzen, das sollte jeder können. Früher haben sich die Arbeiter besser benommen als heute viele White-Collar-Worker.

Gibt es so etwas wie eine untere Altersgrenze, ab der man seinen Stil gefunden und besser darauf achten sollte, wie man wirkt?
Das ist bei jedem anders. Wobei die Frage aus zwei Teilen besteht, die unterschiedliche Antworten erfordern. Seinen Stil findet man in der Regel dann, wenn man erwachsen wird. Der eine ist es mit 25, andere mit 55 noch nicht. Das sage ich übrigens ohne Wertung. Und wenn Männer in die Midlife-Krise kommen, verlassen sie oft auch die guten Geister und verwandeln sich total. Meistens fahren sie das dann nach Ende der Krise aber wieder zurück. Frage zwei: Man kann auch schon von einem Jugendlichen erwarten, dass er sich seiner Wirkung auf die Umwelt bewusst ist. Selbst Kinder können das schon in Maßen, denn sie benehmen sich im Kindergarten anders als zu Hause.

Machen Sie Männern Komplimente und sprechen sie an, wenn Ihnen etwas gefällt?
Natürlich mache ich Komplimente, wenn mir etwas gefällt. Ich habe mal jemanden in Köln getroffen, der hatte handgenähte Kappnähte an seiner Ärmelnaht. Als ich ihn darauf ansprach, fiel er fast um. Die hatte noch niemand bemerkt. Wenn mir gar nichts gefällt, der Mensch aber sympathisch ist, mache ich ein Kompliment für das, was mir am wenigsten schlecht gefällt.

Gibt es wegen der legalen „Flucht“ in die Männeruniform Anzug, aus Ihrer Sicht mehr korrekt oder anlassgemäß angezogene Männer als Frauen?
Das könnte man vielleicht im Business sagen. In der Regel sind Männer aber zu 90 Prozent nicht anlassgerecht gekleidet. Bei Frauen fällt falsche Kleidung weniger auf, weil sie sich hinter der Mode verbergen können. Man sieht aber sehr viel schlecht angezogene und vor allem schlecht gestylte Frauen. Wobei ich da ein harter Richter bin, da ich gefärbte Haare und starkes Make-Up nicht ausstehen kann. Da bin ich hoffnungslos altmodisch.

Wir wissen, dass darauf oft mit den bekannten Stereotypen geantwortet wird, aber bei Ihnen besteht da ja keine Gefahr: Was sind denn so die schlimmsten Faux Pas, die Ihnen bei Männern regelmäßig begegnen?
Socken statt Kniestrumpf. Geschmacklose und ungepflegte Schuhe. Zu große Anzüge mit zu langen Ärmeln und zu langen Hosen. Minderwertige Hemden aus bügelfreien Stoffen, Kurzarmhemden im Büro, klobige Gürtel zum Anzug, kindische Freizeitoutfits und viel zu lange Nasenhaare.

Wie viel sollte man, wenn man dabei aber halbwegs auf dem Teppich bleiben will, als Gentleman jedes Jahr in seine Garderobe investieren (unsere Leser sind couturefest und Kummer gewohnt!)?
Wenn Sie es richtig angehen, müssen sie mit den Jahren immer weniger ausgeben. Vor zwei Jahren habe ich mir das erste Mal nach vierjähriger Pause wieder einen Anzug machen lassen. Wenn man seine Anzüge beisammen hat, muss man nachher eigentlich nur Hemden. Strümpfe, Wäsche und Strick erneuern. Wobei ich auch ein extremer Konsummuffel bin. Ich vermeide Ladengeschäfte, so gut es geht und lasse mir vieles nach Hause liefern. Meinen Hemdenmacher habe ich z. B. seit drei Jahren nicht mehr gesehen, die Stoffe werden von der Weberei an ihn versandt und ich kriege sie dann per Post. Aber auch nur einmal im Jahr.

Bei Anzügen von der Stange, die ja der weitaus überwiegende Teil der Männerwelt trägt, worauf muss da zwingend geachtet werden, wenn nichts schief gehen soll (ich weiß, das steht auch in Ihrem Buch)?
Beim Anzug von der Stange zählt der Look. Ich muss darin so aussehen, wie ich es mir erträumt habe. Natürlich sollte das Teil passen, speziell an der Taille sowie die richtige Länge bei den Ärmeln und Hosenbeinen haben. Der richtige Look kann aber auch ein Anzug von Zara oder H & M liefern. Ein Anzug von Attolini ist toll, doch wer kann schon dreieinhalb bis viertausend ausgeben? Wenn ich wenig Geld habe, zählt der Look mehr als die Qualität. Wenn ich Geld habe, sollte man sich einen guten Schneider suchen. Damit meine ich einen richtigen Schneider und nicht einen Maßkonfektionär.
Zu Attolini aus Neapel gibt es einen kleinen Film (Anmerkung Daisy, ich liebe Neapel!)

Hat man als Stilberater auch Stilvorbilder und würden Sie uns Ihre bitte verraten?
Ganz früher war die Figur des Siegfried Farnon aus der Serie „Der Doktor und das liebe Vieh“ mein Vorbild. Und John Steed aus „The Avengers“. Heute habe ich keine Vorbilder mehr.

Hand aufs Herz, man liest das ja so oft – ist Stil wirklich nur eine Frage des guten Geschmacks und des Lernens bestimmter Regeln?
Regeln und Geschmack, also Talent. Das eine geht ohne das andere nicht. Und immer wieder gute Beispiele ansehen. Ich kann ein Musikinstrument nicht ohne Üben lernen, selbst mit großem Talent.

Gibt es den typischen Gentleman-Klient, den man als Stilberater hat, oder kommen Männer querbeet zu Ihnen?
Ich berate überwiegend unpersönlich durch meine Bücher. Ich sehe nicht, wer sie liest, weiß aber, dass Leute aus ihnen lernen. Wer sich persönlich von mir beraten lässt, hat in der Regel eine Vorliebe für den klassischen Stil, sonst würde er nicht zu mir kommen. Die Beratung besteht meistens in einer ausgedehnten Plauderei, bei der ich dann viele Hinweise gebe und manchmal auch Schneider empfehle.

Wie beurteilen Sie die ganz auffallenden oder mitunter auch unverständlichen Stücke aus Designerkollektionen? Raten Sie Ihren Kunden dazu, sich zum Beispiel so einen chicen Lounging-Pyjama von Louis Vuitton oder sogar Shorts mit Volants dran von J. W. Anderson zuzulegen?
Ich wüsste nicht, wem ich dazu raten sollte. Das sind ja auch mehr Teile für den Laufsteg. Ich kenne niemanden, der das ernsthaft so anziehen würde. Was nicht heißt, dass es denjenigen nicht doch gibt.

Was macht den Mann wirklich zum perfekten Gentleman, das sind ja, wie Sie in Ihrem Stilbuch auch sagen, nicht nur seine Kleider und das richtige Parfum?
Es kommt auf das Benehmen an. Lesen Sie mal „Aufzeichnungen aus einem Totenhause“ von Dostojewski. Ein im guten Sinne feiner Mann wird immer als solcher erkannt und irgendwann auch geschätzt. Selbst von Leuten, die ihn erst mal ablehnen.

Für mich sind Proportionen, Farben, die Schnitte und gute Stoffe das wichtigste, aber worauf sollten Männer beim Einkauf neuer Sachen tatsächlich am meisten achten?
Proportionen, Schnitt, Stoff.

Was ist im Kleiderschrank eines tollen Mannes absolut überflüssig (und bitte sagen Sie jetzt bloß nicht, rosa Sweatshirts mit Blümchen von Raf Simons oder Sweater mit Bart Simpson drauf)?
Die Frage ist unlogisch. Ein toller Mann hat keine überflüssigen Sachen im Schrank. Aber Spaß beiseite. Wer rundum toll sein will – was immer das ist – sollte folgende Teile aussondern: Sweatshirts, Fleece-Pullover, Teva-Sandalen und Muskelshirts. Jedenfalls, sofern er sie im Alltag trägt und nicht beim Wandern oder beim Sport. Kurzarmhemden kann man auch wegschmeißen und meines Erachtens auch sämtliche Sneakers.

George Clooney, Barack Obama, Andre Leon Talley oder Bryan Boy – wer eignet sich am besten, modisches Stilvorbild zu sein (gerne auch jemand, der nicht genannt wurde)?
Das sind für mich alles keine Vorbilder auch ich weiß auch niemanden, dem ich diese Leute als Vorbild vorschlagen sollte. Was ist an Barack Obamas Stil vorbildlich? Seine Anzüge und Hemden sind okay, sein Freizeitlook ist dagegen einfach nur spießig. Ronald Reagan hatte wenigstens einen guten Schneider. George Clooney ist ein toller Schauspieler. Aber als Privatmann rangiert er kleidungsmäßig weit hinten. Fred Astaire war noch eine Stil-Ikone, das sind Schauspieler heute nicht mehr. Lapo Elkann hat Stil und bleibt dabei aber ein Kerl.

Wann kommt das nächste Buch und worin geht es darum … und warum haben Sie noch keine Sendung im Fernsehen … so etwas in der Art von Style by Elsa Klensch? Unsere LeserInnen würden das wie einen vergnüglichen Pflichttermin einfach immer gucken!
Das nächste Buch kommt 2014, darin geht es um handgefertigte Herrenkleidung. Anzüge, Hemden, Krawatten. Die Fotos dafür wurden und werden in aller Welt geschossen, wir waren in London, Paris, Neapel, jetzt ist der Fotograf gerade in Wien. Für das Fernsehen bin ich wahrscheinlich zu wenig massenkompatibel. Ist mir aber auch egal, im Internet werde ich demnächst mit Stil-Clips präsent sein. Das geht dann wirklich in alle Welt.

Herr Roetzel, im Namen von Horstson vielen Dank für das Vergnügen!

Euch, liebe LeserInnen, empfehle ich neben den wirklich sehr erhellenden Büchern von Bernhard Roetzel seinen Blog. Man lernt nie aus, auch als Horstsonian!

Bilder: Header Bernhard Roetzel (Fotograf: Erill Fritz), Scott Schuman, The Sartorialist, Fineartamerica, Photograph Granger, The Avengers

Bücher: Mode Guide für Männer / Der Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode / 365 Tipps. Der gute Stil. Herren / Schuh Guide für Männer / Die Lady. Handbuch der klassischen Damenmode / Mein wunderbarer Kleiderschrank. Der Styleguide für Frauen (Co-Autor) …

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  • peter
    13. November 2013 at 10:08

    Super!Allerdings finde ich hat der moderne Gentleman auch Sneakers,das sehe ich ein bisschen anders und nicht ganz so eng!

    Tristan Farnon aus“Der Doktor und das liebe Vieh“ hab ich geliebt und meine Fair Isle Pullover Manie ist dort entstanden und dauert bis heute an!

  • Markus Brunner
    13. November 2013 at 10:46

    sehr gutes Interview, sympathischer Berater, ich finde allerdings auch das der moderne ! Gentleman in der Lage ist/sein sollte Normen aufzubrechen um so seinen eigenen Stil zu kultivieren Schlielich sind die Details bei der Männermode entscheidend. Details, die in einem Outfit etwas anders ausfallen als gedacht, sind inspirierender als der perfekt gestylte Mann.
    Am Ende entscheidet die „Haltung“ darüber ob man ein Gentleman ist oder nicht

  • bernd
    13. November 2013 at 10:56

    Tolles Interview!

    Ich frag mich nur, wie jemand, dem Stil wichtig ist, so ein grausliges Buch machen kann. Hässlich bis zum Abwinken.
    Da muss er doch jemand haben, der ihn beraten hat.
    Das Cover sieht aus, wie ein Cover, das 1984 schon als schlecht gegolten hätte und das Material ist zum Fürchten.
    Wer einen guten Stoff mag, der mag doch auch gutes Papier und gute Fotos? Oder?
    Aber das Interview ist klasse und der Typ ist auch gut. Habe schon mehr über ihn gelesen. (Wer allerdings hässliche Bücher macht, verliert bei mir an Glaubwürdigkeit).

    Heimlich mal ein, zwei seriöse Bücher von einem guten Verlag angeschaut, dann wäre das sinnvoll gewesen (evtl. Steidl).
    Ein Bücherregal sollte ebenso aufgebaut sein, wie ein guter Kleiderschrank. Nur gute, solide, geschmackvolle Bücher. gehören ins Regal oder auf den Nachttisch. Kein Schund.
    Dieses Cover gehört leider zum letzteren. (Auch wenn der Inhalt sehr interessant ist).
    Fazit: Direkt im Buchlanden lesen und sich für das Geld ein paar gute Socken kaufen!

  • vk
    13. November 2013 at 11:05

    yes to fair isle, buntmeliertem harris tweed und ebensolchen shetland sweatern! – generell zu allem, in das sich der geist tief senken und das auge verlieren kann.

  • Daisydora
    13. November 2013 at 11:08

    @peter

    Das freut mich, Peter … das mit den Sneakers ist vermutlich wirklich etwas streng, aber ich glaube, dass die Eleganz in der Republik auch davon profitiert, dass es da jemand gibt, der das so genau und auf der anderen Seite so selbstverständlich nimmt … Du, als der Mann der Couture verstehst das doch 😉 (ich bin auf jeden Fall auf der Stelle zum Fan von Bernhard Roetzel geworden) …

    @Markus Brunner

    Dankeschön, Herr Roetzel hat einfach etwas zu erzählen … das mit der „Genaigkeit“ sieht man als Mann vonm Fach naturgemäß ganz anders, und ich wollte auch auf so manche Freiheit nicht verzichten … aber wenn ganz normale Männer Stil lernen wollen, macht es auch irgendwie Sinn, erst mal die Basics zu verinnerlichen … Kurz: Du bist ja ein stilsicherer Kreativer – der darf das lockerer sehen! 🙂

    @bernd

    Vielen Dank! Keine Kunst, die Substanz kommt von Bernhard Roetzel, ich wusste, dass er toll antworten wird ..

    Manchmal sollte man sich wirklich nur auf den Inhalt konzentrieren … lieber Bernd! Der ist viel wichtiger, wie Du ja auch indirekt bestätigst, als der Faktor, ob wir das Layout oder das Cover so gestaltet hätten … (ich bin Creative Director und seit gefühlten 763 Jahren in Marketing und Werbung, und mich stört es nicht …) … und ich gehe bei einem Autor, der so viel publiziert hat getrost davon aus, dass er das mit Absicht so klassisch haben will 🙂

  • Daisydora
    13. November 2013 at 11:09

    @vk

    Genau so ist es 🙂 … Werthaltigkeit macht Sinn und Freude … danke!

  • Markus Brunner
    13. November 2013 at 11:14

    haha, der kommentar von bernd ist nicht ganz unberechtigt, das cover sieht so hässlich aus wie die zegna tüten, auch nadelstreifen auf blauem grund ..aber naja, man kann das buch ja hübsch einpacken für die bibliothek

  • Oliver
    13. November 2013 at 11:17

    … „Sneakers“ … Wenn Man(n) die Regeln grundsätzlich beherrscht, dann sind (kleine) Stilbrüche oftmals das iTüpfelchen.
    Berater für Stil sind nicht schlecht, aber Berater für Wertigkeit fände ich sogar noch spannender.

  • Siegmar
    13. November 2013 at 11:31

    sehr schönes Interview und ja das Cover ist hässlich, man sollte es machen wie Markus es vorgeschlagen hat!

  • Ledertaschen
    13. November 2013 at 12:08

    I heart this style!!!!!!!!

    Great~~~~~~

  • Daisydora
    13. November 2013 at 14:54

    @Markus Brunner

    Ich dachet bis heute, dass der Look des Covers nur bei Coffee Table Books zählt … aber eine nette Idee, da gan es früher sogar was mit Petit Point Stickereio als Schutzeinband 😉

    @Siegmar

    Dankeschön … 🙂 ich schaue gleich heute genau nach, wie viele meiner Bücher „schöne Cover“ haben …

    @Ledertaschen

    Das freut mich, danke 🙂

  • Horst
    13. November 2013 at 17:29

    Gutes Interview, die Sache mit den Sweatshirts nehme ich ihm übel 😉
    Beim Cover gehe ich mit einigen Meinungen hier konform, aber: don’t judge a book by its cover!

  • Adolesco
    13. November 2013 at 19:48

    Durchschnittliches Roetzel-Interview und dennoch sind einige interessante Aussagen dabei, die ich so noch nicht von ihm gehört bzw. gelesen habe. Insofern gut geführt das Interview, auch wenn er viele dieser Fragen natürlich schon x mal beantwortet hat.
    Allerdings: Sorry Herr Roetzel, aber Sie verlieren wirklich mit jedem Interview an Glaubwürdigkeit. Habe es noch nicht erlebt, dass sich jemand so sehr an die jeweilige erwartete Leserschaft anpasst, wie er.
    Denn: In seinem erst kürzlich erschienen Schuh Guide (was das Leerzeichen da soll, muss er mir auch noch mal erklären) gibt es ein eigenes Kapitel über Sneaker samt Empfehlungen.

  • monsieur_didier
    13. November 2013 at 20:08

    …eigentlich ist schon alles gesagt worden, das ist das Los der späten Schreiber…
    mein Lieblingssatz ist:“…Früher haben sich die Arbeiter besser benommen als heute viele White-Collar-Worker…“

    ujnd wie ich an anderer Stelle schon einmal schrieb ist Stil für mich keine Schablone, der man sich unterwirft, sondern den wirklichen Stil definiert jeder für sich selber…
    und wenn Sneaker dazugehören und/oder Sweat-Shirts, dann ist das eben so…
    in einer Zeit, wo Menschen viel mehr Geld haben und für Kleidung ausgeben sind es oft nicht die Details bei der Kleidung, die den Unterschied machen…
    wie bereits anklang sind es die feinen Details im Benehmen, die darüber entscheiden ob ein Mensch Stil hat oder nicht…

  • Kat
    13. November 2013 at 20:41

    Buch kommt auf meine Wunschliste

  • jürgen
    13. November 2013 at 20:51

    ich lese ja nicht immer alles bis zum schluss … aber heute! 🙂

  • vk
    13. November 2013 at 21:23

    jetzt muss ich doch mal ne lanze fuer berhard roetzel brechen, denn das fragliche buch hatte in seinen ersten auflagen, die sich irgendwo in meine studienzeit datieren lassen, ein viel grauenvolleres cover. – da stand – man korrigiere mich – neben einem knaben in feinripp – wife-beater und eingriffschluepfer – derselbe kerl in abendgarderobe mit zylinderhut und dann nochmal als sportscrack mit tennisschlaeger.
    und tatsaechlich, quasi jeder, den ich kannte, hatte diesen schinken. zwar nie in der bibliothek, oder wenn, dann in zweiter reihe, oder auf dem klo unter alten spiegeln und werner-comics vergraben.
    und ich hab bernhard roetzel immer bewundert. – da macht einer aus dem unausprechlichen – selbsthilfe fuer den unsicheren herren – einen beruf. – tolle sache, was man sich heute alles traut…
    bucheinband passte zu thema und zeit. ein bisschen schluepfrig halt, so ernstgenommenes modefummelzeug. fuer den giftschrank und zur lektuere in stillen stunden.
    dem cover jetzt, man fuehlt ihm die urspruenge noch an. das hat auch was von authentizitaet.
    dagegen gibt es nichts zu sagen.

  • Daisydora
    14. November 2013 at 09:07

    @Horst

    An dem Dng mit den Lieblings-Sweatern bin ich schuld, aber ich wusste ja um Deinen goldenen Humor 😉

    @Adolesco

    Ich hatte das Buch schon einige Male verschenkt, selbst aber nie ganz durchgelesen unddann stiess ich auf einen Artikel,ich glaube im Handelsblatt, da war er einer von drei Experten, die über Business Outfits urteilten … danach habe ich das Buch hervorgekramt unddiagonal gelesen,und habe die Fragen formuliert, ohne mich bei einer Recherche in mehreren Interviews der „Wiederholungen“ kundig zu machen 😉 … als echter Journalist würde man da natuzrgemäß sorgfältiger rangehen …

    An die Leserschaft angepasst hat sich Herr Roetzel aber gewiss nicht …. denn das steht ja genau so in seinem Stilbuch für den Gentleman …. und an den Antworten insgesamt kann manglaube ich völlig risikofrei festmachen, dass hier jemand sehr fest im Sattel sitzt,ohne überheblich zu sein und für jede Antwort gut ist … 🙂

    @Monsieur_Didier

    Auf Deinen Kommentar war ich schon sehr gespannt, weil ich wusste, dass diese Passagen, in denen die Manieren angesprochen werden, zu Deinem (und meinem) Faible passen …

    Die Diskussion um die Sneaker und Sweater finde ich interessant … meine Sichtweise kennst Du ja aus mehr oder weniger schrägen Kombinationen in meinen Schöne Sachen-Berichten … aber das macht mich neugierig darauf, was dazu im nächsten Buch steht und wie Herr Roetzel ein von mir zusammengestelltes Outfit beurteilen würde …

    @Kat

    Ich habe da vieles drin gefunden, das völlig neu für mich war, bis hin zu einer Parfummanufaktur, die ich nicht kannte … 🙂

    @Jürgen

    Merci!

    Du kannst Dich aber auch zwischenbdurch mal melden und bescheid geben, wenn das ansonstenzu viele Wörter sind 🙂

    @vk

    Dankeschön … 🙂 ich musste sehr über Dein Beispiel lachen und es geht mir in etwa genau wie Dir: Ich finde es wunderbar, dass man in Deutschland (auch wenn der Wirkungskreis weit darüber hinaus geht) als Stilberater agiert und als Nummer Eins der sicher mehr als überschaubaren Branche, immer gerfragt wird, wenn es um Fragen korrekter oder angemessener Kliedung geht (ich als Marketingtante würde da ja gleich Diversifizieren und die Banker in einem Buch mal frischer rüberkommen lassen 😉

    Und ja, authentische Klassik hat auch in Sachen Gestaltung noch ihre Berechtigung …

  • Adolesco
    14. November 2013 at 09:22

    Danke für deine Antwort. Allerdings ist es schon auffällig, wie Herr Roetzel von Interview zu Interview sein Fahne nach dem Wind richtet. 😉 Je nach Medium (BILD-Zeitung / Stilmagazin oder was auch immer) ändert er seine Aussagen und dreht sich dabei manchmal auch um 180°. Da geht mir dann auf Dauer die Glaubwürdigkeit verloren. Dass er eine geballte Fachkompetenz auf dem Gebiet der klassischen Herrengarderobe hat, steht natürlich außer Frage.

  • Schöne Sachen, M21 … ein Gentleman auf Abwegen | Horstson
    14. November 2013 at 09:37

    […] wie der bekannteste der Republik, Bernhard Roetzel, müssen sich jetzt mal bitte kurz die Augen zuhalten, weil ich hier Kombinationen von einzeln […]

  • Daisydora
    14. November 2013 at 09:44

    @Adolesco

    Bittesehr 🙂

    Ich glaube, dass wir alle ab und an die Fähigkeit nutzen, das was man habituelle Ähnlichkeit nennt, mit Worten und anderem, herzustellen … mein Geständnis dazu: ich bin eigentlich auch ein eleganzversessner Punk mit hippiesken Tendezen und lasse das hier nur ganz selten raus 🙂

  • gerold brenner
    14. November 2013 at 20:58

    Markus Brunner hat es auf den Punkt gebracht 🙂
    dem kann ich nichts hinzufügen