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peterkempe

Männermode

Gucci Spring/Summer 2017 – Novalis romantische Reise

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Bild: Courtesy of Gucci

Bei der etwas ausgedünnten Mailänder Fashion Week, die aufgrund der Entscheidung einiger Labels, ihre Herrenkollektionen im September gemeinsam mit den Damen vorzustellen, Lücken aufwies, wurde eine Schau heiß erwartet: Gucci. Nachdem Alessandro Michele erst Anfang Juni in der Londoner Westminster Abbey seinen Mix aus englischer Jugendkultur und des goldenen Zeitalters von Elisabeth I. und einer Prise edwardianischem Dandytums gezeigt hatte, ging es nun im Gucci Hauptquartier in einem neongrünen, fast futuristisch anmutenden Dekor auf eine ganz andere Entdeckungsreise. Continue Reading

Männermode

Live Stream: Hermès Herren-Defilee Frühjahr/Sommer 2017

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Während der Herrenmodewochen Ende Januar und Ende Juni gehört es für tout Paris am Samstagabend zum guten Ton, der Schau von Veronique Nichanian für Hermès beizuwohnen. Konsequent klassisch und mit der absoluten Kompromisslosigkeit, was Materialien und Handwerk betrifft, zieht die gebürtige Armenierin seit mehr als 25 Jahren den Hermès-Mann an. Dabei schafft sie es jede Saison, die klassische Grundgarderobe zu nuancieren und zu verändern, ohne den Grundsätzen des Pariser Ausnahmelabels treu zu bleiben. Gleichzeitig kreiert sie elegante Sportswear und Lederjacken, die jahrzehntelange Lieblingsstücke bleiben. Continue Reading

Ausstellung

Gucci Museum Florenz – Hommage an Tom Ford

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(Bild: Courtesy of Gucci)

Eine der wirklichen Moderevolutionen der Neunziger Jahre war, als der aus Texas stammende Tom Ford durch die Vermittlung von Dawn Mello zum verstaubten Societylabel Gucci kam. In den Siebziger Jahren verkam die Marke durch familiäre Querelen zum Duty-free-Label und setzte kaum noch Impulse. Doch als Tom Ford bei Gucci den Posten des Designers übernahm, begann die Revitalisierung des Brands. Es gilt seitdem, dass man durch totale Brüche auch totgesagte Labels revitalisieren kann. Nachdem es in den Achtziger Jahren das erste Mal gelang, ein Haus zu modernisieren – Karl Lagerfeld fing damals bei CHANEL an – verhalf der damals noch unbekannte Ford Gucci durch eine Mischung aus New Yorker Jetset-Stil, Studio 54-Athmosphäre und einer gehörigen Portion Sex zum Innovationslabel. Continue Reading

Männermode

Live Stream: Gucci Men’s Collection Summer 2017 

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Kaum sind die Cruise Shows vorbei und die letzten Töne der Choräle in Westminster Abbey von Alessandro Micheles Gucci-Schau verklungen, zieht die Fashion Crowd weiter zur Mailänder Herrenmodewoche. Michele beeindruckt Saison für Saison mit seinen innovativen und fantasievollen Looks, die die Modewelt komplett auf den Kopf stellen. Sein Feuerwerk an Ideen scheint ungebremst und mixt in ungeheurer Opulenz Zitate der Mode und Kunstgeschichte mit Modernität und einem Füllhorn von Fabeltieren, Tigern, Schlangen und Drachen. Seine Flora und Fauna aus Renaissancestichen, von viktorianischen Oblaten und Dekor aus Verdi Opern – gemixt mit den Gucci-Codes – lässt bei jedem Teil die Herzen der Modefreaks höher schlagen. Ob die Vermischung der Geschlechter oder die Vision, die Romantik in die Mode zurückzubringen – jeder kann sich seine eigene Scheibe davon abschneiden.
Gucci schlägt konsequent den Weg ein, ein Luxusbrand zu werden, das alles anders macht und, wie in einem bunten Bazar des 19. Jahrhunderts, seine Kunden auf Entdeckungsreise schickt. Continue Reading

Shopeinrichtung

Kultshops – Diptyque, 34 Boulevard Saint Germain

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(Bild: Courtesy of Diptyque)

Seelenlose Shopkonzepte, die von Merchandisern mit möglichst billigen Regalsystemen ausgestattet sind, dominieren unsere Innenstädte.
Ein Grund, warum wir bei Horstson Stores zeigen, die besonders individuell oder sehr einfallsreich gestaltet sind. Weit weg vom Einerlei, wie die Läden der australischen Kosmetikmarke Aesop, die unterkühlten Avantgardeboutiquen von Acne oder auch die Vintagewelten des Pariser Labels Maison Kitsuné.
Architekten stehen heute vor dem Problem, dass die Filialen weltweit individuell zu gestalten, was wesentlich schwieriger ist, als einzelne Läden einzurichten. Meistens bleibt es dann bei der Entscheidung, das Shopdesign zu vereinheitlichen, da der Aufwand und die Kosten zu groß wären, alles neu zu planen. Nur wenige Firmen bekommen den Spagat hin, das Corporate Identity zu übertragen, sich der regionalen Individualität zu stellen und sich nicht zu zeitgeistig einzurichten, um nicht Gefahr zu laufen, schnell wieder unmodern zu wirken. Continue Reading

Beauty

Objekt der Begierde – Die fünf Superhelden von Guerlain

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Bild: Guerlain

Obwohl ich kein Kosmetiknarr bin und auch keine Lust habe, stundenlang mit etlichen Wässerchen und Cremes herumzuhantieren, gibt es einige Beautyprodukte, auf die ich nicht verzichten kann. Unkompliziert und möglichst bewährt ist da eher meine Devise. Was jetzt allerdings bei meinem Parfum- und Pflegefavoriten, dem Pariser Kosmetikkonzern Guerlain, neu erschienen ist, wurde sofort zu meinem Objekt der Begierde. Es handelt sich hierbei um fünf Superhelden, die in jede Tasche passen und als Rundum-Paket mit ins Büro, in die U-Bahn oder auch im kleinsten Gepäck mitkommen können. Außerdem sind die kleinen Pop-Art Tuben fröhlich bunt und werden sicher zum Kult … Continue Reading

Ausstellung

Vitra Schaudepot Weil am Rhein – All About Classic Furniture

Vitra Schaudepot Weil am Rhein

(Ausstellungsansicht der Haupthalle; Foto: © Vitra Design Museum, Mark Niedermann)

Als Rolf Fehlbaum, ehemaliger Chef und Vorsitzender von Vitra, Anfang der Sechziger Jahre begann, Möbel des Zwanzigsten Jahrhunderts zu sammeln, gab es Ausdrücke wie „Vintagemöbel“ noch gar nicht. Antiquitätenhändler rümpften eher mit der Nase, wenn ihnen Stühle von Thonet, Klassiker des Bauhauses oder Preziosen von Josef Hoffmann angeboten wurden. Heute hätten sie allerdings gern auch nur ein Stück davon. Die Nase von Herrn Fehlbaum war hingegen absolut unfehlbar. Sein Unternehmen legte viele Möbelentwürfe wieder auf, reeditierte demokratisch und führte maßgeblich dazu bei, dass wir heute gern zu diesen Jahrhundertdesigns greifen. Continue Reading

Damenmode Männermode

Gucci Cruise 2017 – Edwardian Trainspotting Chic

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(Bild: Courtesy of Gucci)

Eigentlich sind die Cruise Kollektionen aus den Garderoben entstanden, die die Passagiere auf den Kreuzfahrten oder den Überfahrten trugen. Da solche Fahrten meist nach Weihnachten stattfanden, handelte es sich bei den Entwürfen um die Sachen, die zwischen der Winter- und Sommerkollektion gebraucht wurden, um gut angezogen durch die einzelnen Klimazonen zu kommen. Das hat sich in den letzten Jahren komplett geändert und so sind daraus, besonders in den „Leading 5“ der Modehäuser, also Chanel, Louis Vuitton, Dior, Prada und natürlich auch Gucci, eigenständige und umfangreiche Saisons geworden. Continue Reading

Damenmode Männermode

Closed Archive ’85 – Born in the Eighties

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(Bild: Closed)

Was kurzfristige Trends und Strömungen von Stil in der Mode unterscheidet, ist eine gewisse Zeitlosigkeit und idealerweise ein Look, der mehrere Generationen überdauert und sich immer wieder auf jedes Jahrzehnt übertragen lässt. Um heute gut angezogen zu sein, muss man eigentlich nur zu den Teilen greifen, die niemals daten und seinen eigenen Grundstil mit einer guten Mischung aus Vintageteilen aus der eigenen Garderobe mit Einzelteilen aus aktuellen Kollektionen kombinieren. Was sich grundlegend in den letzten dreißig Jahren verändert hat, ist, dass wir überwiegend in Sportswear tragen. Was nach dem Zweiten Weltkrieg mit Jeans und Collegewear von Amerika nach Europa schwappte und die Jugendkultur prägte, bekam Ende der Siebziger Jahre eine neue europäische Facette. Italiener und Franzosen kreierten ihre eigene Version, die lässiger und nicht ganz so „Goldgräber Heritage“ lastig war. Doch nur wenige der damals angesagten Labels, wie Best Company von Olmes Carretti oder Verte Vallee, überlebten. Ein Sportswear- oder Denimlabel zu einem echten Klassiker zu etablieren, ist, abgesehen von Jahrhundertmarken wie Levi’s, scheinbar gar nicht so einfach … Continue Reading

Damenmode

Dior Cruise 2017 – Blenheim Palace Oxfordshire

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(Blenheim Palace; Bild: Dior)

Heute erscheint es neuartig, dass Modehäuser ihre Kollektionen in aller Welt zeigen und aufwendige Reisen dorthin inszenieren. Dabei handelt es sich hierbei um eine alte Tradition der Pariser Couture Häuser. Schon Paul Poiret machte samt Models und Kollektion regelrechte Tourneen, die ihn von Berlin bis Moskau führten. Jean Patou fuhr mit seiner ganzen Equipe durch Südamerika und durch die Vereinigten Staaten, um das zu präsentieren, was schon immer als der Inbegriff von Luxus galt – die Kreationen der Pariser Mode. In den letzten Jahren werden besonders gern die Cruise Kollektionen, also die Saison zwischen Winter und Sommer, an exotischen Orten gezeigt, wie zuletzt Nicolas Ghesquière in Rio de Janeiro oder Karl Lagerfeld in Cuba.
Eine besonders lange Tradition hat darin das Haus von Christian Dior. Der Modeschöpfer war der erste, der nicht nur Dependancen in London und New York eröffnete, sondern auch in fast jeder Saison große Schauen organisierte, um seine Entwürfe direkt vor den Kundinnen zu zeigen. Die Idee, dass das Modehaus zu den Kunden reiste und so die Kollektionen anfassbar machte, trug auch zu Diors Weltruhm bei und machte ihn in den Fünfziger Jahren binnen kürzester Zeit zum berühmtesten Kreateur der Welt. Continue Reading