All Posts By

peterkempe

Interieur

Office de luxe – Puiforcat by Joseph Dirand

(Bild: Adrien Dirand für Puiforcat)

Puiforcat steht für eine der berühmtesten Silberschmieden des französischen Luxushandwerks. Gegründet wurde die Firma 1820 im Pariser Marais und stellte anfangs, wie viele der damals mitten in der Pariser Innenstadt produzierenden Silberschmieden, traditionelle Bestecke und Tafelaufsätze her. Der Wandel vollzog sich erst mit Jean Puiforcat (eigentlich Jean-Émile Puiforcat), der ein begnadeter Designer und Hauptvertreter des modernen Art-déco-Stils war. Noch heute steht Puiforcat besonders für seine Entwürfe und die logische Folge bei Neukreationen, die auf der Stilistik aus der Zeit beruhen. Continue Reading

Shopeinrichtung

Chanel eröffnet neue Boutique in München

(Bild: Courtesy of Chanel)

Für internationale Luxusmarken wird es immer wichtiger, auf der Maximilianstraße repräsentativ vertreten zu sein – nicht nur, weil München eine der schönsten Städte Deutschlands ist, sondern auch, weil sich die Metropole bei asiatischen und arabischen Touristen großer Beliebtheit erfreut. Mit Louis Vuitton fing es an, dass die französischen Marken ihre größten Filialen nördlich der Alpen in München unterhalten. Continue Reading

Damenmode

Chanel Ground Control – „Rocket Women“ Chanel Herbst/Winter 2017

(Bild: Olivier Saillant)

Kaum eine Show wird jede Saison so heiß erwartet, wie die Inszenierungen, mit denen Chanel bei jeder Fashion Week in Paris im Grand Palais überrascht. Stets am Dienstag, einen Tag vor Abschluss der Modewoche, kann man die Schau als das Ereignis der Fashion Week bezeichnen. Während die Haute Couture und die Metiers d’Art Kollektionen in wesentlich kleinerem Rahmen gezeigt werden, setzt das Prêt-à-porter immer wieder neue Maßstäbe – mit bis zu 2.800 Gästen. Continue Reading

Damenmode

Prada Herbst/Winter 2017 – The Rise of Romance

(Bild: Courtesy of Prada)

„You have to put more of yourself out there“ war das Motto von Miuccia Pradas Herbst/Winter-Damenkollektion, die Ende Februar im Rahmen der Mailänder Fashion Week gezeigt wurde. Zwar knüpfen die Entwürfe an das „Wanderlust“-Thema und an die Intellektuellenbewegungen der Endsechziger und siebziger Jahre an, die die Inspirationen für die Männerkollektion lieferten, allerdings fällt bei den Frauen alles etwas eleganter und urbaner aus. Das ist genau das, was den doppelten Reiz dieser äußerst gelungenen Prada-Saison ausmacht. Eine der beeindruckendsten Schauen in Mailand mit spektakulärem Tiefgang.
Miuccia Prada setzt schon mit der jetzt im Handel befindlichen Frühjahr/Sommer- und auch der Männerkollektion das Zeichen, dass sie wieder ganz bei sich und dem Markenkern angekommen ist. Ob Materialmix, Musterkombinationen oder die Mischung aus grafischen Schnitten und Retro-Anklängen der Sechziger und Siebziger – immer mit dem Seitenblick auf technische Materialien und der Sportswear entliehenen Athleisure Einflüssen: Pradas Designsprache ist beispiellos eigenständig … Continue Reading

Damenmode Männermode

Gucci Herbst/Winter 2017: Der Garten des Alchemisten – ein anti-modernes Labor

(Gucci Herbst/Winter 2017; Bild: Courtesy of Gucci)

Erstmals zeigte Gucci, wie bereits im letzten Jahr angekündigt, seine Damen- und Herrenkollektionen für die Herbst/Winter-Saison zusammen in einer Schau. Für Alessandro Michele logisch und bei seinem Konzept auch plausibel, denn seine Mode folgt bei Männern und Frauen dem gleichen Designkonzept. Hinzu kommt, dass sich der Italiener geschlechterübergreifend inspirieren lässt. Der Gucci-Designer gilt als einer der Trendsetter, bei der Vermischung von weiblichen und männlichen Attributen und steht wie kein anderer für die Opulenz, die sich hemmungslos bei der Kostümgeschichte, den Gucci-Archive und scheinbar auch dem Fundus der Opern- und Theaterbühnen bedienen. Continue Reading

Damenmode

Fendi Herbst/Winter 2017 – Forties meets Wiener Secession

(Fendi Herbst/Winter 2017; Bild: Courtesy of Fendi)

Die Botschaft ist klar: Schon beim Betreten des Showspace in Mailand, wo das römische Traditionshaus Fendi regelmäßig seine Prêt-à-porter-Kollektion zeigt, fällt auf, dass der Logoprint zurück ist. In großen römischen Ziffern steht das Gründungsjahr angeschlagen und der Laufsteg ist wie ein kostbares Parkett eingelegt, mit den ineinandergreifenden Logos, das Karl Lagerfeld im Jahr 1973 erfand und zum Erkennungszeichen des Hauses und zu dem Logo der Siebziger Jahre machte. Continue Reading

Accessories

Objekt der Begierde – Chanels „Gabrielle Bag“

(Gabrielle Bag; Courtesy of Chanel)

Als Gabrielle „Coco“ Chanel im Februar 1955 eine Tasche entwarf, die Frauen eine ganz neue Bewegungsfreiheit eröffnete, eine Tasche mit ebenso schönen wie funktionellen Linien, revolutionierte sie die Welt der Mode und der Accessoires. Mit einer Kette, die Coco Chanel den Messenger Bags der Soldaten abgeschaut hatte, dem roten Innenleben und dem Stepp, zu dem sie von der Struktur ihres Sofas inspiriert wurde, begleitet sie seit dieser Zeit Frauen in aller Welt und erobert jede Generation aufs Neue.
Seit mehr als dreißig Jahren schreibt Karl Lagerfeld diese Geschichte fort und bereichert Coco Chanels Vermächtnis durch seine Kreationen, wie die „Boy Bag“, die längst zum Klassiker avanciert ist. Auch die „Mademoiselle“, eine Abwandlung der „2.55“ mit ihrem CC-Verschluss, haben wir seiner Erneuerung der Marke in den Achtziger Jahren zu verdanken. Nun hat Karl Lagerfeld eine neue Tasche entworfen – die „Gabrielle Bag“. Continue Reading

News

Gabrielle, A Rebel at Heart – Inside Chanel

(Bild: Courtesy of Chanel)

Große Ereignisse werfen bei Chanel ihre Schatten voraus … Obwohl die Gründerin, Gabrielle „Coco“ Chanel, nach wie vor bei Karl Lagerfeld präsent ist, steht sie in diesem Jahr besonders im Vordergrund. Bevor Coco Chanel, wie sie zunächst ihre Freunde und dann schließlich die ganze Welt nannte, zu der „Mademoiselle“ wurde, die die Mode revolutionierte und deren Haus seit mittlerweile Hundert Jahren, mit wenigen Unterbrechungen, am Modegeschehen teilnimmt, zu einem Mythos wurde, war sie ganz einfach Gabrielle Chanel. Continue Reading

Schaufenster Shopeinrichtung

The Graphic Rooms – Prada Schaufensterbummel

(Courtesy of Prada)

Die Prada-Kollektionen, die aktuell in den Stores präsentiert werden, stehen zum einen unter dem Motto „Wanderlust“ und locken mit bunten Windbreakers in grafischen Mustern, zu denen es allerlei Accessoires gibt, die man an den Rucksack oder die Tasche hängen kann und so einen urbanen Mustermix hat. Andererseits wird mit dem Gegensatz von Athleticwear und asiatischen Seidenkleidern in Sixties Prints mit allerlei Federapplikationen und Stickereien gespielt. Hinzu kommen futuristische „Pril Blumen“-Sandalen oder feine Riemchen Sandaletten, die an die Ballroom Schuhe der Dreißiger Jahre erinnern.
Da erscheint es nicht einfach, zu diesem Thema eine passende Store- und Schaufensterdekoration zu entwerfen, für die Prada doch sehr berühmt ist. Erschwerend kommt hinzu, dass Prada meist mit namhaften Künstlern des „Modular Designs“ eine eigene Welt entwickelt, die gleichzeitig auch ein Kunststatement ist. Prada, bekannt für Konzepte, die an Contemporary Art angelehnt sind, wie zum Beispiel die mit Martino Gamperl entstandene perspektivische Holzdekoration, schlägt mit „The Graphic Rooms“ einen ganz anderen Weg ein. Continue Reading

Coffeetable Books

70 Jahre Christian Dior – Dior by Mats Gustafson

(„Dior by Mats Gustafson“, Buchcover; Courtesy of Dior)

Wer jetzt die klaren, „aquarelligen“ Zeichnungen von dem 1951 in Schweden geborenen und ronommierten Illustrator Mats Gustafson in dem neu erschienenen Band „Dior by Mats Gustafson“ anschaut, merkt sofort, dass man den Dior-Stil auch erkennt, wenn er auf das Nötigste beschränkt gezeichnet ist.
Mats Gustafson, der schon in den Achtziger Jahren viel für die deutsche und französische Vogue arbeitete, konnte sich aufgrund seines außergewöhnlichen Stils in einer Zeit etablieren, als Modeillustration praktisch gar nicht vorkam und nur die Modefotografie im Vordergrund stand.
Seit der ersten Ausgabe arbeitet er für das „Dior Magazine“ und dokumentierte die letzten Jahre der Kollektionen. Zusätzlich schuf Mats Gustafson jetzt für das Buch „Dior by Mats Gustafson“ zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen von den Kreationen des Mannes, der dem Haus nicht nur den Namen verlieh, sondern auch das Synonym dessen ist, was die Sehnsucht der Frauen nach Mode aus Paris und den Traum von der Haute Couture symbolisiert. „Ein Kleid von Dior“ ist nicht nur im Roman von Paul Gallico, sondern auch ein Synonym, wofür die Luxuswelt steht. Continue Reading