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Jan Who

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Beth Ditto x „Fake Sugar“

(Beth Ditto x „Fake Sugar“; Cover Artwork; Bild: RCA)

„Oh my my, Oh La La. Je ne sais pas purquoi.“ Also wir wissen schon ganz genau, warum das neue Album von Beth Ditto so großartig ist. Die letzten 17 Jahre war die singende Kanone (und jüngst auch Gucci-Muse) Frontfrau von Gossip. Natürlich ist da vor Veröffentlichung des ersten Soloalbums ordentlich Druck auf dem Kessel. Aber dank Producerin Jennifer Decilveo konnte sie den gut abbauen. „Sie war die Rollerblades zu meinen Roller Skates“ sagt Beth über sie. Das muss Wertschätzung sein. Nach einer EP zusammen mit Simian Mobile Disco sowie einer Coverversion von Cerrone’s „Supernature“, wurde es allerdings auch so langsam Zeit. Die erste Single „Fire“ gab einen ersten Eindruck vom Album welches allerdings weitaus mehr zu bieten hat. Worum geht es also auf „Fake Sugar“? Continue Reading

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Versoffene Poesie: Faber – „Sei ein Faber im Wind“

(Faber, Bild: Stefan Braunbarth)

„Faber ist keiner für Leute, die bei Faber an Sekt denken und Max Frisch nie gelesen haben.“ Sowas liest man ja selten in Pressemitteilungen. Klar, weil es ja auch nur einen Musiker namens Faber geben kann. Mit richtigem Namen heißt er Julian Pollina, ist 23 Jahre alt, kommt aus Zürich und ist die neue Newcomer-Hoffnung aus der Schweiz. Das ist vergleichsweise erfrischend, kamen doch deutschsprachige Hoffnungen bis dato meist aus Deutschland oder Österreich. Von sich reden machte Faber bereits u.a. mit der Single „Alle Gute“, mit der er schon live bei Ina’s Nacht auftrat. Am 07. Juli erscheint sein Debutalbum „Sei ein Faber im Wind“. Darauf gibt uns Faber Einblick in seine immer sehr direkte und ungeschönte Welt. Die Songs heißen z.B. „Wem du’s heute kannst besorgen“, worin Frauen auch schon mal ihre „Tits“ zeigen sollen, obwohl sie nicht schlauer sind als ein Schaf. Wie sagt er doch so schön? „(…) aber Schaf ich bin in love (…)“. Er beleidigt charmant, textet ungeschönt und immer hat es etwas Wahres. Wie wenn er im Song „Nichts“ davon berichtet, dass er früher in Clubs abhing, er jetzt aber auch gern auf dem Sofa liegt und es sich gut gehen lässt. Continue Reading

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Lola Marsh x „Remember Roses“

(Lola Marsh x „Remember Roses“, Cover Artwork; Bild: Lola Marsh)

Es wird Zeit, dass wir mal wieder einen vernünftigen Sommersong bekommen. So richtig mit Text und Sinn, ihr wisst schon. Gut, dass wir Lola Marsh und ihren Song „Wishing Girl“ haben, die am Freitag ihr Debutalbum „Remember Roses“ veröffentlichten. Siehe da, wie auch Oren Lavie, stammen Lola Marsh aus Israel und man fragt sich: Ist Israel in Punkto Hitgarant vielleicht das neue Schweden? Continue Reading

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Oren Lavie – „Bedroom Crimes“

(Oren Lavie, „Bedroom Crimes“, Cover Artwork; Bild: Oren Lavie)

Frage: Kann etwas noch cooler Aussehen als Vanessa Paradis, die eine Zigarette in einem Schwarz-Weiß-Video raucht? Ja, Vanessa Paradis, die in einem Video von Oren Lavie raucht und in Zeitlupe gefilmt wird.
Mit Videos hat es der aus Israel stammende Oren Lavie ohnehin. Viele kennen vielleicht das Stop-Motion-Video zu „Her Morning Elegance“. Hier führte Lavie nicht nur selbst Regie, sondern wurde für das Video sogar für einen Grammy nominiert. Nachdem er vor zehn Jahren sein letztes Album „The Opposite Side Of the Sea“ veröffentlichte, sind ein paar Jahre ins Land gezogen und im Gegensatz zum Wohlfühl-Modus von „Her Morning Elegance“ spielt Oren Lavie auf seinem neuen Album eher mit der Seite einer Beziehung, die nach der morgendlichen Eleganz folgt. Es geht um Verbrechen im Schlafzimmer. Continue Reading

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Nick Hakim x „Green Twins“

Nick Hakim, „Green Twins“, Cover Art Work; Bild: PR

Wer ist Nick Hakim? Die Fragen stellen sich jetzt mit Sicherheit ein paar geneigte Leser. Nick Hakim ist ein Künstler, der bereits zwei EP’s veröffentlichte („Where Will We Go“ Pt.1 & Pt.2) und den Musiker von Robert Wyatt über Marvin Gaye und Shuggie Otis bis hin zu My Blood Valentine inspirieren. Dementsprechend abgefahren könnt ihr euch das Album „Green Twins“ vorstellen. Während seine Single „Bet She Looks Like You“ noch vergleichsweise cool nach R&B und Abhängen klingt, kommt „Those Days“ im edlen Soulgewand daher. „Slowly“ wiederum entlockt Hakim den ein- oder anderen Prince-Schrei und „JP“ klingt so Smooth wie der Name selbst. Wer jetzt gerne wissen will wieso dieses Album so außergewöhnlich klingt, dem helfe ich bzw. er selbst mal auf die Sprünge: Continue Reading

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Gute-Laune-Kanone: Jake Isaac x „Our Lives“

(Jake Isaac, „Our Lives“, Cover Art Work; Bild: PR)

Wenn man ein Konzert von Jake Isaac besucht, muss man schon einmal damit rechnen, dass er sich mitten in die Menge stellt und eine Ballade schmettert, während vor allem die weiblichen Besucher ihn anschmachten. So geschehen bereits vor ein paar Monaten beim Konzert in Berlin. Continue Reading

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Harry Styles x „Harry Styles“

(Harry Styles x „Harry Styles“; Bild: PR)

Ich nehme es gern vorweg: Harry Styles ist NICHT der neue David Bowie, auch wenn man das seit Erscheinen seines ersten Soloalbums schon vereinzelt lesen konnte. Vielmehr ist Harry Styles ein aktuelles Beispiel dafür, wie man sich gekonnt von jeglichem Boyband-Bullshit (sorry Girls) distanzieren und musikalisch neu positionieren kann. Ähnlich ging es auch seinem Bandkollegen Zayn Malik. Dieser allerdings macht eher durch seine Liaison mit Gigi Hadid bzw. einem S+M-Filmchen Chartkracher mit Taylor Swift von sich reden. Ach und natürlich die grandiose Kollaboration vom ihm und M.I.A., die wir euch schon einmal vorgestellt haben. Aber zurück zu Harry. Continue Reading

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Was sich gehört x KW 20/2017

(Bosco x „Castles (feat. St.Beauty); Bild: Screenshot Video via Silver Soundz)

Das wichtigste vorab: Saint Etienne kommen mit einem neuen Album! Samuel Hope lässt sich allerdings lieber gern mal treiben. Ob er dabei träumt wissen wir nicht, LCD Soundsystem allerdings träumen den amerikanischen Traum. Wir hoffen nur stark, dass Bosco bei deinen Sandschlössern bleibt und vor lauter Träumerei keine Traumschlösser baut. Achja und was singt Shakira da eigentlich? Continue Reading

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Mando Diao x Good Times

(„Good Times“, Cover Art Work; Bild: Mando Diao)

Nanu, was ist da los? Hört man den ersten Song von „Good Times“, wird man glatt kurz aufs Eis geführt. Es sollte doch ein Album mit Back-to-the-Roots-Sound sein? Ein Glück folgt eben genau dieser mit „All The Things“ und hält sich weiter wacker im Anschluss bei „Good Times“. Es ist das erste Mando Diao Album ohne Gustaf. Gustaf Norén verließ die Band 2015 und seinen Gesangspart übernimmt nun Björn Dixgård. Das tut er solide und reibeisig wie einst der Bruder und auch wenn es natürlich hier und da Kritik hagelt das Album sei nicht so gut wie die Alben früher (blablabla) muss man sagen: Das Album ist bis auf ein paar Schwächen („Shake“, „Dancing All The Way To Hell“) ein gutes neue Mando Diao Album mit dem nicht nur die, die den ersten Hype verpasst haben, einen zweiten nachholen können. Continue Reading

Kultur

Duato / Shechter by Staatsballett Berlin @ Komische Oper Berlin

(Nacho Duato „Erde“; Foto: Fernando Marcos)

Ein Abend wie er in seinen zwei Teilen nicht unterschiedlicher sein kann. Auf der einen Seite der britisch-israelische Choreograph Hofesh Shechter, auf der anderen der Intendant des Staatsballetts Nacho Duato.
„The Art of Not Looking Back“ beginnt mit einer Stimme und einer im Zeitraffer abgespielten Lebensgeschichte. Am Ende die Worte: „My mother left me when I was two“. Was dann folgt, fegt ein paar ältere Zuschauer kurz aus den Sitzen und selbst ich musste kurz mal meine Sinne sortieren. Kreischen, Hysterie und ein tonales Durcheinander. Was man vielleicht erst einmal belächeln möchte, berührt einen im Laufe des Stückes zunehmend und spiegelt die innere Zerrissenheit perfekt wieder. Continue Reading