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Gastautor

Travel

Il Vittoriale – das Vermächtnis des Gabriele D’Annunzio

(Bild: HaropaConsult)

Gardone am Lago di Garda und die letzten Jahre des Gabriele D’Annunzio sind eng mit einander verbunden. Nach seinem gescheiterten und mehr als zweifelhaften Abenteuer in Fiume und dem Versuch, als italienischer Nationalheld im Rang eines Garibaldis in die italienische Geschichte einzugehen, setzte sich Gabriele D’Annunzio Ende 1920 in einer Villa bei Gardone Riviera an der Westküste des Gardasees zur „Ruhe“. Stets getrieben von seinem Hang nach Unsterblichkeit, Ansehen und Anerkennung baute D’Annunzio das Anwesen zusammen mit dem Architekten Giancarlo Maroni bis zu seinem letzten Lebensjahr 1938 zu einem Gesamtkunstwerk aus und um. Continue Reading

Persönliches

How I Met Karl Lagerfeld

Illustration: Patrick Vollrath

That’s what you missed: Wie ihr ja alle noch wisst, habe ich einen Mantel von Michael Stipe geklaut, um mit Sonia Rykiel und einem toten Bären im Café de Flore ein Sandwich zu essen, das ihren Namen trägt.
Auch wenn es bei meiner dritten Geschichte langsam anfängt, unwahrscheinlich zu klingen, so sind mir doch all diese Begegnungen (und einige andere denkwürdige mehr) wirklich passiert. Von einer weiteren erzähle ich jetzt:
Eines Tages hatte ich Besuch von einem befreundeten Make-up-Designer, der gerade vom Videodreh mit einer bekannten exzentrischen isländischen Sängerin (die ich lustigerweise seit einigen Wochen wieder intensiv höre) kam. Wir redeten über dies und das und er zeigte mir wertvolle Tricks in einer damals neuen Version von Photoshop, wofür ich ihm heute noch dankbar bin, denn sie sind mir immer noch von großem Nutzen für mich, wenn es darum geht, mein Passbild meinem gefühlten Äußeren anzugleichen. Continue Reading

Persönliches

Sandwich-Club-Rykiel

(Zeichnung: Patrick Vollrath)

Was bisher geschah: Ich war ein junger Designer mit eigenem Büro und ohne Geld in Paris, der sich bei Margiela in einen Mantel verliebte, der aber Michael Stipe gehörte und den ich mir, selbst, wenn er nicht Michael Stipe gehört hätte, nie hätte leisten können. Und nebenbei wäre fast noch ein Verkäufer gestorben.
Nach dieser für mich eindrucksvollen Episode bei Margiela ging mein aufregendes Paris-Leben natürlich noch weiter und ich genoss es in vollen Zügen. Und weil sich die Leute in der alten Heimat gerne an einen erinnern, wenn die neue Heimat Paris ist, hatten wir immer viel Besuch in unserem 38qm-Wohnbüro (in dem wir auch heute noch ansässig sind). Continue Reading

Travel

Marseille – Wasser marsch!

(Bild: Thomas Kuball)

Die mit Sicherheit schönsten Buchten, Klippen und Strände der Côte d’Azur befinden sich an der gut 20 km langen zum Naturschutzpark erklärten Corniche zwischen Marseille und Cassis. Kristallklares Wasser, weißer Sand und steile Klippen laden zum Baden, Schnorcheln, Sonnen, Kraxeln und einfach zum Ah- und Oh-Machen ein. Allerdings liegen diese Strände nicht so direkt in Marseille, sind also leider nicht „fussläufig“ zu erreichen und beanspruchen nicht nur wegen ihrer Schönheit wegen mehr Zeit. Ich hingegen möchte meinen Strandbesuch in den Marseille-Alltag mit einbauen. Continue Reading

Travel

Marseille – Mon amour Méditerranée!

(Bild: Thomas Kuball)

Dreckig, kriminell, runtergekommen … Ach, es fallen einigen Menschen nur negative Eigenschaften zu Marseille ein. Mir hingehen geht die Fantasie schon nach Dreien aus. Hingegen bei den positiven kann ich mich kaum retten!
Aber damit das hier nicht nur eine Aneinanderreihung von Adjektiven wird, möchte ich euch hier gern ein Marseille zeigen, dass mich bei jedem Besuch auf‘s Neue berauscht und in seinen Bann zieht.
Mein erster Besuch liegt gefühlte 1.000 Jahre zurück und hat tatsächlich noch in einem anderen Jahrtausend stattgefunden und, ich bin ja immer ehrlich, ja, der damalige Eindruck war dreckig, kriminell, runtergekommen. Wohl aus dem Grund habe ich auch jahrelang einen weiteren Abstecher hierher vermieden, bzw. Marseille lag überhaupt nicht in meinem Fokus, trotz vieler Provence-Urlauben über all die vergangen Jahre. Umso dankbarer bin ich meinen Freunden Britta und Andreas, die Peter und mich vor gut vier Jahren überredet haben, doch einen gemeinsamen Tag dort zu verbringen. Continue Reading

Gesellschaft

Ein (Fashion)Nachmittag in Paris

(Zeichnung: Patrick Vollrath)

Als wir 2002 nach Paris gezogen sind, um dort unser Designbüro zu etablieren, waren wir recht arm. Wir hatten kaum mehr, als unsere Jeans am Leib, den Hund unter dem Arm und ein Mini-Appartement mit knapp 38 qm, das unsere Wohnung und unser Büro war (und noch immer ist).
2002 war eine Zeit des Umbruchs. Alles war neu und alles war aufregend. In Paris lernte man schnell neue Leute kennen und es war immer etwas los. Man vergass rasch, dass man eigentlich kein Geld hatte und im Grunde genommen brauchte man für die wirklichen tollen Dinge eigentlich auch wenig. Meist genügte eine Busfahrkarte nach Saint-Germain in die Grande Épicerie du Bon Marché um vorzüglich zu essen. In den einzelnen Abteilungen der Épicerie gab es Probierstände und nach der zweiten Runde hatte man die besten Köstlichkeiten der Stadt probiert und war satt. Besonders vor Ostern war es immer eine Freude, denn es wurden einem viele Süßigkeiten, wie z.b. frischgemachte Trüffel zum Probieren angeboten. Continue Reading

Ausstellung

My Life on the Road – Sylvie Fleury zu Gast in der Villa Stuck/München – 30.06. bis 30.10.2016

(Bild: HaropaConsult)

Sylvie Fleury, 1961 in Genf geboren, präsentiert seit Ende Juni 2016 ihre dekorativen Kunstwerke und sagt YES TO ALL, wie ihre Lichtskulptur über den Haupteingang der Villa Stuck in die noble Nachbarschaft von Bogenhausen ‚hinausleuchtet‘.
Die von Franz von Stuck als Gesamtkunstwerk angelegte Villa Stuck – im Schatten des Friedensengels und an der Prinzregentenstraße gelegen – ist die ideale Plattform für Sylvies Kunst. Beide Künstler dem Kommerz nicht abgeneigt, erbaute Franz von Stuck, bekannt als einer der Münchner Malerfürsten, Ende des 19. Jahrhunderts an den Isaranhöhen in Bogenhausen sein Ideal einer Villa.
Der neoklassizistische Bau mit Anleihen aus Antike, Byzanz und Hochrenaissance, gipfelte in einem eigenwilligen und eigenständigen Gesamtkunstwerk. Bis ins Detail durchdacht und geplant, steht das repräsentative Ensemble am Ende der einen und am Beginn einer anderen Architekturepoche für moderne Baukunst. Continue Reading

Kunst

The Floating Piers – Lago d’Iseo – 18. Juni bis 3. Juli 2016

(Bild: HaropaConsult)

Immer wird der Lago d’Iseo in der Region Bergamo bzw. Brescia als der kleine Ableger des bei uns Deutschen so beliebten Gardasee angesehen. Doch seit vergangenen Samstag tritt das Gewässer aus dem Schatten des großen Bruders hervor. Vom 18. Juni bis 03. Juli 2016 lädt das neue LandArt-Projekt von Jeanne-Claude und Christo „The Floating Piers“ mit seinem knapp 3 Kilometer langen Steg auf dem Lago d’Iseo in der Region Brescia in Norditalien zum Flanieren auf dem See ein. Continue Reading

Gesellschaft Pride

„In der Ferne tuten die kleinen Signalhörner und melden daß eine Sprengung in der Schlucht bevorsteht*

(Bild: Screenshot; Leipziger Studie „Die enthemmte Mitte„)

Ein lieber, schwuler Freund von mir beklagte sich vor einiger Zeit, dass ihm Facebook zu politisch wurde und ihn das nervt. Kaum war der Amoklauf eines Geisteskranken in Orlando bekannt, überschlugen sich seine Postings und er wurde innerhalb von Stunden, ach Quatsch, Minuten zum Queer-Aktivisten. So ganz sicher bin ich mir nicht wie lange das anhält, aber ich gehe ja immer vom besten Fall aus. Ich würde mich aber auf jeden Fall freuen wenn jetzt der Groschen gefallen ist und er merkt, dass gerade wir als Schwule die Fresse aufmachen müssen und Stellung nehmen. Continue Reading

Travel

Hotel Ritz Paris – Geritzt und alles richtig gemacht

(Bild: Hotel Ritz)

In den vergangen Jahren sind in zwei Metropolen Europas, London und Paris, eine neue Kategorie von Hotels aus dem Boden geschossen. Viele Absteigen haben sich im Laufe der Zeit durch Einrichtungen und Schaffung von Spa-Bereichen, WLAN, Flat-screen TV’s und anderen modernen Bedienungseinrichtungen, beleuchteten Nachtischen, einem im Zimmer integrierten Bad und anderen oft nur sehr unnützen oder unpraktischen Neuerungen, ihren Etablissements zu 5 Sternchen empor geschlichen. Man will gar nicht wissen, nach was für Kriterien Sterne vergeben werden – und das ist auch besser so, den da schlackern einem die Ohren.
Somit sahen sich die echten Grandhotels und 5-Sterne-Häuser geradezu gezwungen sich neu zu definieren – und wurden so zu sogenannten „Palace Hotels“, die einen wahren 5-Sterne-Service und mehr zu bieten haben. Continue Reading