Ich sitze also im Urlaub. Wenn man so will „Pool (ohne Promis) unter Palmen“, um gleich zum eigentlichen Thema dieses kleines Beitrags überzuleiten. Die Sonne arbeitet verlässlich, der Rosé schwitzt leise vor sich hin, und ich habe – wie man das so hat zwischen zwei Schwimmeinheiten und der dritten Portion Müßiggang – plötzlich Zeit. Zeit, mich mit dem Œuvre jener Gestalten auseinanderzusetzen, die man gemeinhin Reality-Stars nennt. Ein großes Wort für ein erstaunlich kleines Gesamtwerk.
Horst
Bild: Miroslav Sekulic-Struja; Courtesy of Louis Vuitton
Berlin ist eine Stadt der Gegensätze – und genau darin liegt ihr Reiz. Eine Reise nach Berlin führt auch 2026 weiterhin mitten hinein in den Clash zwischen angesagter Clubkultur und gelebter Tradition. Zwischen Berghain, Neukölln und Kurfürstendamm entfaltet sich ein urbanes Spannungsfeld, das Berlin zu einer der faszinierendsten Metropolen Europas macht.
So wie ich hier am Pool liege, Sonne auf der Haut, halb im Wasser, halb im Scrollen durch nichts, passiert es irgendwann ganz automatisch: Die Gedanken lösen sich. Erst vom Alltag, dann vom Körpergefühl, dann von allem, was irgendwie nach Struktur aussieht. Und dann, völlig unerwartet, taucht er auf – der Twink.
Was tut sich denn da..? Ich bin seit einigen Tagen in Maspalomas vor Ort, sitze meist am Rand eines der besten Restaurants am Platz – was hier weniger Übertreibung als Grundhaltung ist – und betrachte das Treiben aus jener privilegierten Distanz, die es erlaubt, alles zu sehen, ohne selbst Teil davon zu werden. Ein stiller Beobachter also, mit Blick auf eine Szenerie, die sich Abend für Abend neu inszeniert.
Weniger Glanz, mehr Haltung: Wie Modemagazine ihre Auflagen retten können
Posted on 8. April 2026Totgesagte leben länger: Modemagazine; Foto: Horstson
Die gute Nachricht zuerst: Modemagazine sind nicht tot. Sie liegen nur etwas zu lange dekorativ auf dem Couchtisch – neben der Duftkerze, die man auch eher fürs Ambiente als für den eigentlichen Zweck gekauft hat. Die schlechte Nachricht: Die Auflagen sinken seit Jahren. Papier wird teurer, die Inflation nagt am Portemonnaie, und die Leserinnen und Leser haben gelernt, dass man Trends auch kostenlos im Sekundentakt auf dem Smartphone serviert bekommt. Warum also noch drucken?
Vom Spiel zur Schaufensterfläche – Wie „Total Looks“ die Modebilder verarmen lassen
Posted on 7. April 2026Es gibt sie noch: Modemagazine; Foto: Horstson
Es gibt diese alten Modestrecken, die heute fast wie aus einer anderen Welt wirken: überraschende Kombinationen, Brüche, Humor. Ein Couture-Jacket zu Secondhand-Jeans, ein Abendkleid mit Turnschuhen, ein bewusst „falscher“ Look, der gerade deshalb funktioniert. Mode war einmal ein Experimentierfeld, ein wildes Spiel.
Sind Berghain-Guides Plemplem? Foto: Horstson
Warum Berghain-Guides ungefähr so sinnvoll sind wie Horoskope für Clubgänger …
Der Herr im Hasenlicht: Warum Männer zu Ostern plötzlich Mode „fühlen“ (müssen)
Posted on 5. April 2026Lieber Beton als Pastell? Zumindest bei der Osterdeko. Foto: Horstson
Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, dieses Jahr einfach Ostern zu feiern. Ohne Text, ohne These, ohne diesen leichten inneren Zwang, selbst den Hefezopf noch feuilletonistisch zu überhöhen. Dann – Fehler Nummer eins – „nur kurz“ auf Instagram geschaut. Und plötzlich war klar: Dieser Text schreibt sich leider von selbst.
Foto: Courtesy of Asics
Kooperationen im Modebereich sind längst kein kurzfristiger Trend mehr, sondern ein festes Prinzip der Branche. Sie funktionieren, weil sie ein einfaches Versprechen einlösen: das Bekannte neu erscheinen zu lassen. Zwei Marken, zwei Handschriften – und plötzlich wirkt ein Produkt wie eine Weiterentwicklung, ohne tatsächlich bei null anzufangen.
Foto: Mert and Marcus
In der Mode gilt das Neue als höchste Währung. Neue Schnitte, neue Kollektionen, neue kreative Leitungen. Kaum hat ein Designer ein Haus verlassen, wird schon die nächste Ära ausgerufen. Und doch setzt man ausgerechnet in diesen Momenten des Umbruchs auffällig oft auf das Gegenteil: auf Vertrautheit.
Ein aktuelles Beispiel für meine steile These liefert Gucci. Mit Kate Moss und Emily Ratajkowski stehen zwei etablierte, maximal bekannte Gesichter im Zentrum einer Kampagne für neue Taschenmodelle, die Gucci Borsetto und die Gucci Giglio. Neu ist hier vor allem das Produkt – nicht die Inszenierung, nicht die Aura, nicht die Gesichter.










