Interieur

Alberto Pinto – Interieurs Royal

In Paris in der Rue d’Aboukir gibt es einen Innenarchitekten, der sozusagen zum Nationalerbe Frankreichs gehört, aber gar kein Franzose ist. Alberto Pinto, gebürtiger Libanese, ist wohl einer der einflussreichsten und meistbeschäftigsten Innenausstatter der Welt und das schon seit vielen Jahren.
Neben Yachten und Privatjets, einem Sektor der in den letzten Jahren immer wichtiger wird, ist er der Mann für die ganz großen Projekte und Appartements und Häuser der Superreichen. Neben dem 5000 Quadratmeter großem Hotel Lambert auf der pariser Île Saint-Louis (es gehörte einst den Rothschilds) hatte er unzählige Paläste des nahen Ostens, Häuser in Marocco, auf Mykonos, in den U.S.A. und hunderte Wohnungen in London und Paris ausgestattet. Seine Stilistik reicht von schwülstig-orientalisch über Art Deco bis hin zu absolut royalem Style. Dieses kann er besonders gut und authentisch und übertrifft in der Perfektion teilweise die Ausstatter des 18. und 19. Jahrhunderts.

In der Rue d’Aboukir steht ein Team von 60 Personen dem Meister zur Seite und viele der Möbel, Porzellane und Sonderanfertigungen werden dann später auch von Pinto vertrieben. Das Haus in denen die Büros liegen, gleicht einem Palazzo und ist auch schon dort eine Art Showroom und ein luxuriös ausgestattetes Office mit Gemälden von Matisse bis Picabia an den Wänden. Showrooms für Möbel, Stoffe, Objekte und Lampen schließen sich in langen Fluchten um einen Hof, an dem eine perfekt eingerichtete Küche liegt, in der jeden Tag für den Meister gekocht wird und in einem Speisezimmer, täglich in wechselnden Stilistiken gedeckt, jeden Mittag für den Lunch bereit steht.

Das Haus erinnert eher an den Hofstaat und die Entourage eines Hofstaates und beeindruckt durch seine Perfektion und die ungeahnten Möglichkeiten, die der Einrichter zu haben scheint.
Man könnte unendlich viele Beispiele seiner Arbeit zeigen. Die für mich imposantesten und pompösesten sind ein vollkommen in blau gehaltenes Appartement in New York und ein an den Stil ‚Madeleine Castaings‘ erinnerndes Appartement in Paris, dass fast in maurischen dunklen Farbtönen gehalten ist und an die Stilrichtung Napoleon III. anknüpft.
Kaum zu glauben das diese beiden Wohnungen neu eingerichtet worden sind – man glaubt sie sind schon seit Jahrzehnten in diesem Erscheinungsbild.

Alberto Pinto gilt als einer der erfahrensten und stilsichersten Interieur-Spezialisten, der für seine Detail-Versessenheit weltberühmt ist und seine Mitarbeiter mit seinem Perfektionismus bis zur Weißglut bringt. Die Ergebnisse finde ich verblüffend, auch wenn sie nichts für kleine Großstadt-Appartements sind, sind es Beispiele für die unendliche Möglichkeit des Gestaltens und das es noch Kunden gibt, die einem Inneneinrichter ungeahnte Möglichkeiten geben.

Modernes Versailles – Made by Alberto Pinto

Alle Bilder: via Alberto Pinto

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  • siegmarberlin
    19. Juli 2011 at 12:21

    Im Detail sicherlich sehr schön, die grossen Vasen im letzten Bild find ich ganz wunderbar ( chinesisch ? ). Aber wie Du schon getitelt hast, wirklich royal. Es mir zu pompös zum noramlen wohnen.

  • Horst
    19. Juli 2011 at 12:39

    schon sehr speziell und ich stell mir gerade vor wie das bei uns zu hause aussehen würde 😀

  • peter kempe
    19. Juli 2011 at 12:47

    ich möchte auch nicht so wohnen finde aber das man imemr schauen muss was es alles gibt und der bildet halt das extrem zum purismus find aber einzelne elemente ganz spannend

  • siegmarberlin
    19. Juli 2011 at 12:49

    @ peter kempe

    wie schon gesagt, wenn man genau schaut sind schon einige sehr schöne Teile dabei.

  • manuela gutge
    19. Juli 2011 at 13:04

    ich mag diesen stil, innerhalb dieses stils gibt es ja auch gute und schlechte designer. er macht es auf alle fälle perfekt und ich beneide das schwelgen in den feinsten materialien und handwerkstechniken. an einem ähnlichen projekt habe ich vor 3 jahren mitgearbeitet: eine 3.000qm-villa in peking. es war herrlich!!!, grüße

  • Wigmar Bressel, Deutsche Manufakturen e. V.
    19. Juli 2011 at 13:34

    Da sich über Geschmack ja streiten läßt oder auch nicht, möchte ich darauf hinweisen, dass die Kunden solch aufwendiger Ausstattungen unzähligen Manufaktur-Mitarbeitern Arbeit geben und damit auch wertvolle handwerkliche Techniken am Leben halten; dafür könen wir gar nicht dankbar genug sein. Denn wer weiß, wofür wir „blaugepließtet“ oder „ziseliert“, „handgeschöpft“ oder „rahmengenäht“ noch einmal brauchen werden?

  • siegmarberlin
    19. Juli 2011 at 13:37

    wirklich 2 bemerkenswerte Kommentare von manuel gutge u. Wgmar Bressel

  • Daisydora
    19. Juli 2011 at 13:47

    In den Stukkaturen von Bild eins könnte ich gut leben ……. und ansonsten bewundere ich das Handwerk und die Vielfalt an Tapissierien und Stilelementen …. Die Vasen, den Lüster und das Dunkelgrün auf dem letzten Bild finde ich auch wunderschön, die Vasen scheinen aber schon an siegmarberlin verkauft zu sein … 😉

  • peter kempe
    19. Juli 2011 at 15:20

    @wiegmar
    und genau darum gehts das die manufakturen erhalten bleiben und wir das handwerk weiter tragen denn dann sind alle stilistiken möglich.weils imemr einen gibt der es kann…

  • Har
    19. Juli 2011 at 22:21

    Ganz wundervoll und ich bin sehr begeistert! Natürlich nicht für die 3 Zimmer Wohnung aber für ein geräumiges Haus etwas ganz besonderes!

  • David
    20. August 2011 at 15:58

    Fantastic images, and very inspirational