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30. September 2012

Allgemein

Handy Hysterie oder Hospitalismus?

Schon klar, das Ding heißt noch nicht mal Handy sondern Mobile Phone, auch mir rutscht der umgangssprachliche Begriff für das transportable Telefon immer wieder raus. Ist doch egal: Anlässlich von nicht weniger als 5 Millionen iPhone5, die in den ersten drei Tagen in den Apple Stores rund um den Erdball verkauft wurden und dem Umstand, dass diese Zahlen für die Wall Street dennoch enttäuschend Waren, worauf die Aktie auf 690 Dollar fiel, die am Freitag davor noch bei 700, 09 Dollar lag, fraqe ich mich, ob wir hinsichtlich des Stellenwertes, den Mobiltelefone heute haben, noch alle Latten auf dem Zaun haben. Wall Street Analysten hatten mit mindestens 6 Millionen, besser 10 Millionen verkauften iPhones am Launch-Wochenede gerechnet. So eine Frechheit auch, dass nicht schon nach gefühlten drei Tagen jeder von uns mit diesem Ding telefoniert…

Die erste Charge ist quasi verdunstet, so Spiegel-Online. Dabei gibt es noch nicht mal modisch vertretbare iPhone Cases für das iPhone5, wie meine Nachschau im gehobenen Mode- und Accessoire-Onlinehandel und bei Colette ergab. Aber dazu ein Andermal mehr. Ich bin mir nämlich noch nicht sicher, ob ich diese Dinger in der Luxusversion nicht doch etwas zu spießig finde. Naturgemäß muss ich dazu aber erst mal Peter fragen, ob es – wenn schon Noblesse, dann aber richtig – etwas Standesgemäßes von Hermès für das bis zu 900 Euro teure Mobile Phone aus dem Hause Apple geben wird.

Was mich an diesem Ding so interessiert, ist der Magnetismus der Marke Apple und die über eine schlichte Zahl hinter dem Marken-Gerätenamen anlaufende Hysterie, die ansonsten ganz normale Menschen dazu bringt, ihre Lieben und Familien tagelang zu verlassen, um vor einem der Stores bei jedem Wetter tagelang zu kampieren, um auch ja eines der ersten verkauften Handies zu ergattern. Zwei meiner Freunde, wie ich auch bei der guten alten Telekom Mobilfunkkunden, haben ihr iPhone5 schon und schlafen glaube ich seither nicht mehr, puzzeln ständig an dem Ding rum. Wundern sich, dass eben nicht alle Lebewesen in der Umgebung permanent verzückt sind, ob dieser Innovation, da es am Ende doch nur ein neues Mobiltelefon ist – und vom Telefonieren alleine wird der Mensch weder schlauer noch schöner und glücklicher, oder?

Ich möchte gar nicht zu all den Wesen gehören, die in der Bahn und mitten auf dem Fußgängerübergang und einfach überall nur noch sind, da sie mit eingestöpseltem Standby-Mobile-Phone unterwegs sind. Davon, permanent auf Anrufe zu warten und den Rest der kostbaren Lebenszeit auf Du und Du mit WhatsApp & Co. zu vergeuden, kann man glaube ich ziemlich verrückt werden. Unlängst hatte ich beim Anblick einiger Leute in der Bahn die Fantasie, was wohl auf Höhlenmalereien zu unserem Mobile-Phone-Zeitalter zu sehen wäre, wenn unsere späten Nachfahren welche entdecken könnten: Möglicherweise ziemlich gelangweilt aussehende Leute mit so einer Art Handy-Hospitalismus. Monotone Bewegungen. Dröge Gesichtsausdrücke, geringe Wahrnehmung der Umwelt. Ferngesteuert von den genialen Ideen der Marketingleute von Apple, die uns nächstens noch beibringen werden, während des Schlafens im AppStore nach Traumdeutungs-Apps zu suchen …. Auch der Umgang mit den Segnungen gekonnten Engeneerings und den Ergebnissen der Arbeit von findigen Verbraucher-Zufriedenheits-Beauftragten bei Apple & Co., will erst mal gelernt sein.

Mir reicht immer jeweils das Handy, das es noch tut. Klar ist das ein SmartPhone, auch schon mal eines von Apple, aber ich mache mich bestimmt nicht damit verrückt, ob ich nun mit einem Galaxy S3 oder einem iPhone 4S oder dem iPhone5 trendiger rüber komme. Mein Sozialprestige definiert sich nicht über technischen Krempel und mich macht das einfach nicht glücklich, mir von Analysten und Legionen von Marketingspezialisten und Management Consultants von BCG und Kollegen vorschreiben zu lassen, mit welcher Seriennummer ich gerade so schön dazugehören könnte …. Zu vielen Menschen, die anscheinend keinen anderen Halt finden können, als ein Mobile Phone, das auch wieder so seine Macken hat, erste Lackschäden zeigt und das Ärgernis mit Maps und kennt ja auch schon jeder von euch …..

Klar, ich gehöre technisch gesehen mal wieder zu einer Minderheit, alleine in Hamburg sollen in der Nacht zum Freitag vor dem Verkaufsstart 2.500 Menschen ausgeharrt haben, um am Morgen eines der bis zu 900 EURO teuren Telefone zu kaufen (Quelle: Spiegel-Online).

Aber wie denkt ihr darüber, liebe Leser?

Wie viele iPhone5 haben echte Horstsonians sich schon in die Taschen packen lassen? Gebt euch ruhig als Fans zu erkennen, ich verstehe ja nicht wirklich was von den Innovationen, die den hohen Preis hoffentlich rechtfertigen. Kurz: Welches Handy ist euer liebstes technisches Accessoire?

Hier noch der Testbericht zum iPhone5

Und verratet mir bitte, ob ihr eure Mobile Phones ordentlich in Lederhüllen oder in irgendwelche aus anderen Materialien packt, denn dann blüht euch demnächst ein Modebericht über diese teuren Dinger. So, und nun frage ich erst mal Peter, ob man als Mann oder Frau von Welt zu dem Telefon ein iPhone5 Case bei Hermès als Sonderanfertigung in Auftrag geben sollte …

Allgemein

Die Woche auf Horstson

Nachdem heute Blomquists geliebtes MacBook den Geist aufgegeben hat, springe ich für ihn in die Bresche und tippe doch mal ganz flott den Wochrückblick auf Horstson! Also los:
1) Willkommen zuhause! Daisydora meldet sich mit ihrem ersten Artikel zurück!
2) Peter überraschte mit einer Hommage an einer von Estée Lauders Heldinnen: Elisabeth Meyer
3) Frei nach Oscar Wilde, kopierte Dsquared² ein Editorial von Carine Roitfeld. Kein Problem, denn Imitation ist die höchste Form der Anerkennung – oder doch etwas problematisch?
4) No Doubt meldet sich mit dem neuen Album „Push and Shove“ zurück! Das finden wir nicht so toll.
5) Was soll man dazu denn anziehen? Das fragte vor ein paar Tagen Blomquist – da war die Welt für ihn noch in Ordnung und sein MacBook noch heil 🙂
6) Peter stellte uns seinen Lieblingstrend vor – Edelsteinfarben bei Chanel.