Altmeister Jean Paul Gaultier lädt für das kommende Frühjahr 2013 zu einer lässigen Reise nach Indien ein. Auf seiner Fashion-Show, die vor wenigen Tagen in Paris stattfand, dominierten Turbanträger mit gewürzfarbenem Dekor. Aber Gaultier wäre nicht Gaultier, gäbe es da nicht einen kleinen Haken. Seine Kollektion kombiniert ganz frech zu den indischen Kopfbedeckungen alles andere als indische Kleidung. Eher waren Gaultiers Inder in Europa zum Studium und tragen noch immer den globalisierten Look. Und so kombiniert Gaultier seine Klassiker wie die Biker-Jacke, die gibt es für den kommenden Sommer jetzt auch als Mantel, mit seinen berühmten Streifenhosen und den geringelten Pullis im St.James Marine-Stil.
Parka in ganz modernen Toile-de-Jouy Optiken werden zu monochromen Hemden und Hosen kombiniert. Die Farben Rot und Schwarz treten gegen Marineblau an. Dazu gesellen sich weitere alte Bekannte aus Gaultiers Kollektionen der letzten 25 Jahre: die Keypieces wie Hosenrock, Trenchcoat, Halbarmsakko und Bänderweste.
Diese Kollektion startet keine Mode-Revolution, ist aber in den Einzelteilen äußerst kommerziell und sehr tragbar, die Farben sind ganz besonders gelungen. Die blaustichigen Rottöne sind ein absoluter Traum. Häkel-Pullover und mit Spitzen versehene Hemden runden das typische Gaultier-Bild ab. Hemden mit geknöpften Passen und Ras de Cou-Krägen erinnern an die urtypischen französischen Uniformen des 19.Jahrhunderts. Besonders gut gefallen mir die Anzüge mit den Pünktchen und auch die Oberteile haben es mir angetan und sind gekonnt gemacht. Außerdem kann man bei Gaultier auch immer wieder Dinge finden die man zu jedem anderen Teil aus den Vorsaisons kombinieren kann.
Das Outfit mit dem roten Trenchcoat, dem rot-schwarzen Pulli und der marineblauen Hose ist mein absolutes Highlight. Ich bin gespannt welcher Look Euer Favorit ist.
Jean Paul Gaultier hat für mich einen Status erreicht – er darf seinen Stil einfach nur noch perfektionieren. Eine ruhige, durchaus ausgewogene Kollektion die unaufgeregt daher kommt und keine billige Effekthascherei benötigt. Er hat sich ja früher gründlich ausgelebt und braucht heute niemandem mehr etwas zu beweisen.