Endlich bringt jemand warme Hosen!
Und zwar aus wollenem Feinstrick, der neuesten Idee des Klamotten Innovators Issey Miyake, der uns im Verlauf der letzten 25 Jahre schon mit vielen davor nicht dagewesenen Kleidungsstücken zu überraschen wusste. Insbesondere mit solchen, die durch Plissees und kurvige Schnitte wie auf dem Reißbrett konstruiert wirkten.
Im kommenden Winter sind seine mit einem Fältchen bildendem Strickmuster gefertigten, langen Bundhosen wohl die Alternative zu den kniekurzen Hosen ohne Strümpfe, in die euch Kollege Raf Simons am liebsten stecken möchte.
Dank Miyakes Mut zu Neuem kann der Mann von Modewelt im nächsten Winter in seinen Blaugrauen Strampler schlüpfen, es warm haben, sich wohl fühlen und dabei ziemlich hip sein. Nur etwas Modemut und Kleingeld sind dafür nötig. Man kauft sich Mode von Miyake ja nicht für’s Rumschlunzen auf dem Sofa.
27. Januar 2012
Wenn einen dieses böse ich-kaufe-endlich-bei-Karl-Virus erwischt hat, dann fragt man sich als Frau offenbar nicht mehr, was nun an einem der mit dem Scherenschnitt-Konterfei Lagerfelds bedrucktem T-Shirts schicker sein soll, als so ein Teil von Ed Hardy. Man hat lange genug darauf gewartet, dass es Karl nun auch in günstig gibt, die Kooperation mit H&M ist schließlich schon viele Jahre her, die Teile von damals sind längst in der Altkleidersammlung.
Was interessieren uns die Anderen … Hauptsache, uns geht es so gut, dass wir mehrmals im Monat Sushi an Stelle von Kartoffeln und Pasta mampfen können, die wir uns mitten auf das Sofa liefern lassen. Da sitzen wir dann mit unseren
MacBooks und blubbern irgendwelchen belanglosen Text über die neueste Kollektion von … in unsere Blogs. Nicht, ohne vorher noch schnell auf facebook und Twitter der gelangweilten Welt vermeldet zu haben, wie lecker das Sushi ist.
Es geht mal wieder um das Leid, das die nach immer mehr billigen Klamotten der Textilketten gierende westliche Welt den Arbeitern und Arbeiterinnen in Bangladesh, China und sonst wo auf der Welt zufügt. Den Kindern, die in Usbekistan zur Baumwollernte gezwungen werden und anderen Kindern, die in Fabriken unter unwürdigsten Bedingungen schuften müssen und nicht zur Schule gehen können, damit sich unsere BlogleserInnen auf unsere ausdrückliche Empfehlung hin, noch einige an sich überflüssige Tops bei H&M, Zara und Co. holen, da sie leider erst sechzig ähnliche, die auch kaum etwas gekostet hatten, im Schrank haben.
„Also wenn Sie mir versprechen nicht die CD in die Luft zu reißen und zu schreien: Ich hab sie, dann gebe ich sie Ihnen heute schon mit“. So oder ähnlich kommt man in Berlin an Cd’s bereits einen Tag vor Veröffentlichung. Arme hochreißen an einer Tram Haltestelle kommt (sogar in Berlin) blöd und so sprang ich mental in die Luft.
Man erwartet viel von dem Debütalbum einer Sängerin, die alle überrascht hat, nachdem Amy Winehouse tot war und man alles was ihrer Stimme nah kam als „Nachfolgerin“ betitelte. Dieser Kelch ist an Lana del Rey glücklicherweise vorbeigegangen. Sie hätte eh nicht draus getrunken. Und wenn sie es getan hätte, wäre es ihr über ihre vollen Lippen gelaufen und … O.K.- Moment wir kommen vom Thema ab. Hier geht es um Musik.




