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13. September 2011

Interieur

Fashiondesigner Hotels – Karl Lagerfeld: Schlosshotel Grunewald Berlin

 

1911 wurde im Grunewald für die Familie von Pannwitz ein Haus im Stil der italienischen Renaissance für die damals aberwitzige Summe von 5 Millionen Goldmark gebaut. Nach wechselvoller Geschichte vom Privathaus über als Botschaft genutztes Haus wurde es  schließlich und endlich, nach dem zweiten Weltkrieg, zum Hotel. Gerne wurde es für Filmaufnahmen genutzt und die Westberliner, vor allem die Filmprominenz, traf sich nur zu gerne dort.

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Allgemein

Wer denkt sich bloß all die Namen aus?

Preußischblau, Zinnoberrot, Lapislazuli … ihr merkt schon, es geht um Farben. Früher war das einfach, es gab keine Modeindustrie und man bediente sich einerseits in der Kunst mit ihren kostbaren organischen Pigmentfarben, so ferne man Zugang dazu hatte, oder, die Farben kamen aus der Natur, von Blumen, den Früchten und Nahrungsmitteln, die man erntete oder vom Markt holte.
Dass sich seit der Renaissance und dem fünfzehnten Jahrhundert nicht nur in der Malerei so einiges getan hat, wissen wir alle. Heute gibt es mehr Farben, die von wenigen Fachleuten benannt werden können oder zumindest in einer der Pantone-Tabellen eine Nummer haben, als das menschliche Auge wahrnehmen beziehungsweise unterscheiden kann. Und Namen sind da klarerweise für Verbraucher Schall und Rauch. Ist auch besser so, denn die meisten Menschen folgen der Gewohnheit, alle Rottöne Rot zu nennen und alle Brauntöne Braun. Wir sagen zu einem Milchkaffeebraun nur dann, dass es eines ist, wenn wir modische Gründe haben, Farbberaterinnen sind oder eben zu der Minderheit von Verbrauchern gehören, die eine hohe Affinität zu Farben, deren Zuordnung und Unterscheidung hat. Für den Rest ist Milchkaffeebraun einfach ein helleres Braun.

Es gibt aber Leute, die lange vor dem Farbtrend, der sich dann mehr oder minder feststellbar in neuen Kollektionen und auch in anderen Bereichen wie Wohntextilien und Möbeln abzeichnet, daran arbeiten, eine logistische Ordnung in das Farbthema zu bringen, die von der Industrie gebraucht wird.

Stoffhersteller, Strumpfhersteller, Schuhhersteller, Kosmetikfirmen, Möbel- hersteller, Wandfarben- und Tapetenhersteller und so weiter brauchen als Grundlage für ihre Arbeit die Sicherheit; dass ihre aktuellen Kollektionen von den Einkäufern und den Verbrauchern einem Saisontrend zugeordnet werden können.

Zwar gibt es immer Labels, die sich gar nicht davon beeindrucken lassen, aber je weiter die Verbreitung der Klamotten ist, desto wichtiger werden auch Farbtrends.

Darum kümmern sich dann die Trendleute bei Intercolor, einer Organisation in Paris, die nichts anderes tut, als unsere industrielle Farbordnung zu terminieren, den Farben beziehungsweise Mischfarben klingende Namen zu geben und geeignetes Informationsmaterial, wie die „Intercolor Color Card“ herzustellen und zu vertreiben. Aber auch Intercolor macht das nicht freihändig, ohne Vernetzung mit Trendbüros und der Industrie. Alle Interessengruppen entsenden Vertreter und die führenden Trendforscher sind sowieso bei allen Vorbereitungsprozessen von Trends mit dabei. Das Alles zwei Jahre vor dem Zeitpunkt, zu dem die neuen Farben dann im Handel erscheinen.
Wenn dann, wie in der kommenden Saison, ein Orange namens Tangerine Tango zu den Farben der Saison zählt, dann soll sich der Nutzen nicht alleine darauf beschränken, dass Hersteller die Trends kommunizieren und damit den Einkäufern Orientierung bieten, seit langer Zeit verknüpft man diese Vorgänge mit Lifestyles, aus denen sich Farbpräferenzen und Stimmungen ableiten sollen. Dem Stimmungsbild dessen, wie wir zu dieser Zeit gerade so drauf sein werden. Alles ist Marketing, in einer von Waren übersättigten Welt.
Die großen Vordenker in Sachen Farben sind nicht mehr die Renaissancemaler oder Künstler mit einem geschulten Auge für jede noch so kleine Nuance, mit der sich neben der alles entscheidenden Farbe auch deren Anmutung in Licht und Schatten perfekt hin zu Täuschung oder Wirklichkeit verändern lässt.
Es sind all die Trendgurus wie Li Edelkoort, Vordenkerin, Autorin und Herausgeberin unzähliger Publikationen zum Thema … ihre Kollegen und ein paar Intercolor-Farbnerds und exponierte Vertreter der Industrie, die sich das, was wir dann haben wollen sollen, lange Zeit davor ausdenken und dem Kind einen besonders schönen Namen geben.
Wen’s besonders interessiert, der guckt hier rein:
Reading the signals (Li Edelkoort) – DLDwomen 2011

Die von Pantone für die Männerkollektionen der Saison Sommer 2012 herausgegebenen Farben (2.Bild von oben) lauten der Reihe nach:
Dazzling Blue 18-3949, Vintage Khaki 16-0205, Granita 19-2039, Hawaiian Ocean 17-4540, Starfish 16-1120, Tangerine Tango 17-1463, Sodalite Blue 19-3953, Solar Power 13-0759, Tradewinds 15-4307 and Grass Green 15-6437

Allgemein

Streetstyle New York

Machen wir uns nichts vor: Streetstyle ist genauso out wie tägliche Outfitbilder posten. Wie ich auf diese Idee komme? Irgendwann hat man es über, sich immer die angeblich perfekten gestylten Menschen anzuschauen, die im Grunde ganz genau wissen, wo man sich strategisch klug aufhalten muss, um von den Fotografen erwischt zu werden – in Paris ist es z.B. bei den Frauenschauen der staubige Platz des Jardin des Tuileries, wo Blogger den Style der Stadt einfangen wollen und sich die Zeit vertreiben, weil sie keine Einladungen zu den Modenschauen haben.
Spass machen die Streetstyle-Bilder auch nur dann, wenn gute Fotografen am Werk sind – Tommy Ton ist so ein Fotograf bei dem es (noch) Spass macht, seine Impressionen aus den Modemetropolen anzuschauen – wie folgende Bilder für die GQ

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