Nur noch drei mal schlafen bis zum Eurovison Song Contest, seufzen die Hardcorefans ……
…und der stolze Gastgeber zeigt sich bis hin zum bestellten und pünktlich gelieferten Kaiserwetter von seiner besten Seite. Hatte der Spiegel in seiner Ausgabe No. 18 über den Austragungsort Düsseldorf noch im Artikel Unser Dorf soll schöner werden über denselben und seine Bestrebungen, sich als weltoffene Stadt herauszuputzen, geulkt, ändert das nichts daran, dass ausgerechnet mit diesem ESC in Düsseldorf endgültig das neue Zeitalter für den angestaubten Sängerwettstreit anbrechen wird.
Dafür sorgen schon die Veranstalter und Moderatoren, die alles dazu tun, für Europa und die anreisenden Gäste erlebbar zu machen, dass Deutschland diesen Bewerb liebt und stolz wie Oskar seinen ESC zu einem der schönsten je dagewesenen machen will und wird. Und zu einem moderneren.
Wenn ihr, liebe Leser, jetzt denkt, ich könnte eingefleischter Fan oder gar Experte sein, so muss ich euch enttäuschen. Bis zum letzten Jahr war das Feuer-Licht-Bein-und-Busenspektakel gar nichts für mich. Zu schlagerlastig, zu kitschig, schlechte Songs mit zu wenig Noten, oft schlecht gesungen und von Leuten, deren Stylings ich einfach nicht verstehen konnte. Schon klar, dass ich damit einigen guten Leuten unrecht getan habe, aber so kam das antiquierte Kitschopus ESC als Ganzes bei mir an. Aber ich gebe zu, ich war schon im letzten Jahr interessiert daran, ob sich eine Modernisierung und Qualitätsverbesserung durch die Teilnahme anderer Akteure als sonst erreichen lassen könnte. Und wie mir scheint, hat das in Ansätzen schon geklappt. Ausgerechnet mit tatkräftiger Hilfe der zur Zeit im Lande wieder hin und her geschubsten Lena Meyer Landrut und ihrem Mentor Stefan Raab.
Auf die heimlichen Könige des ESC seit dem Bestehen, die Briten, hat dieser Modernisierungs-Vorstoß aus Deutschland anscheinend so viel Eindruck gemacht, dass man diesmal ganz auf Nummer sicher geht und die Boyband Blue ins Rennen schickt. Die vier überaus ansehnlichen Jungs haben vor ihrer Trennung oder Schaffenspause annähernd 15 Millionen Platten verkauft …. Nun gibt es eine Blue Reunion mit dem ersten selbst geschriebenen Song zum Album in Arbeit, das man wohl kaum besser promoten könnte, als vor zirka 125 Millionen Zuschauern in ganz Europa beim ESC aus vollen Kehlen I Can zu singen.
Um die Claims der Favoriten gleich unübersehbar abzustecken, hat sich die Band für das britische Magazin Attitude nun ganz schön nackt gemacht. Man posiert in Calvins oder gar nichts und zeigt den Fans, wie gut man sich in der Zwischenzeit in Shape gehalten hat. Ich wäre ehrlich gesagt sehr verwundert, wenn der hymnische Ohrwurm-Song I Can, das Gesangskönnen und die Bühnenshow von Blue nicht ausreichen sollten, um die wichtigsten Zielgruppen unter den ESC Fans für den britischen Beitrag einzunehmen.
Drum wette ich schon jetzt, dass wir euch hier den Siegersong schon Tage vor dem ECS vorspielen konnten. Hört euch I Can ruhig schon mal an, ab Sonntag läuft der ohnehin überall rauf und runter:
Ihr glaubt nicht an den Sieg von Blue? Wer hält dagegen? Traut euch doch…..




