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1. März 2011

Allgemein

Arte Fashion Week – Kaleidoskop des Stils, Facetten der Mode

Seit gestern widmet sich Arte die ganze Woche dem schönen Thema Mode, zeitgleich zu den bereits seit Tagen tobenden Defilees in Mailand und dem Beginn des Prêt-à-Porter Kleidermarktes in Paris.
Modesendungen, normalerweise auf öffentlich rechtlichen Sendern eine Fehlanzeige und seit den frühen neunziger Jahren mit dem Ausscheiden von Antonia Hilke eine ausgestorbene Spezies.
„Neues vom Kleidermarkt“ war die Modesendung der ARD und würde von heutigen Programmchefs gar nicht mehr als Konzept gekauft werden: Zu nischig, zu intellektuell und wahrscheinlich auch nicht Unterschicht-orientiert genug.
Die Sendung war simpel gestrickt: Frau Hilke moderierte sach- und fachgerecht in schwarzer Saint Laurent Schluppen-Bluse an einem Schreibtisch in der Art einer Berufsschullehrerin und machte auch auf die Quote von Angora-Unterwäsche im Export nach Japan aufmerksam oder erklärte und Anfang der neunziger Jahre das die Videopiraterie bei den Schauen immer mehr zunimmt. Yves Saint Laurent war ihr Gott und Anne Marie Beretta und Sonia Rykiel, als Zeichen der Emanzipation, in jeder Sendung vertreten.

Sie zeichnete zwischen den stoisch abgefilmten Defilees in den Zelten im Louvre (damals fanden die schauen dort statt) Modesilhouetten der Kollektion die darauf gezeigt wurde mit kleinen Hunden an der Leine, die die passenden Outfit trugen. Von Japanerschwemme in Paris war die Rede – Kenzo Takada, Yoshi Yamamoto, Miyake und Rei Kawakubo; die Sendung, fünfundvierzig Minuten lang, endete traditionell mit einem Newcomer-Porträt von Claude Montana oder Thierry Mugler.

Das ist zwanzig Jahre her und seit dem ist die Mattscheibe schwarz was Mode betrifft. Jedenfalls seriöse Berichterstattung von hochwertiger Mode- ich meine nicht Germanys Next Topmodel oder ähnliche Formätchen, die sich an die Glamourwelt andocken wollen.

Arte hat in den letzten Jahren schon häufiger sehr sehenswerte Einzeldokumentationen gezeigt, die wir überwiegend dem genialen französischem Regisseur Loic Prigent zu verdanken haben. Am Anfang stand eine ganze Woche im Hause Chanel, wo die Entstehung der Haute Couture Winterkollektion 2004 von Anfang bis Ende verfolgt wurde und wir gelernt haben das Madame Pozieux die Bortenmacherin von Chanel erst die Heuernte vom Filmteam einholen lässt, bevor sie sich an die Galons für die Tweedkostüme macht oder das der Sticker Lesage sich einen Wolf am Hochzeitskleid stickt und das Monsieur Massaro etwa 60 mal die Absätze an den Kappenschuhen erhöht und verringert. Herr Prigent hatte dann die Sogwirkung seiner tadellosen Doku gespürt und Herr Jacobs wollte dann auch sowas – so gab es Louis Vuitton und Marc Jacobs in einer Doppel-Doku.

In dieser Woche hat man sich dann entschlossen, die Serie „vor der Schau“, die bereits im letzten Jahr lief und die Tage vor den Defilees in Paris bei Sonia Rykiel und Jean Paul Gaultier in Paris, bei Fendi in Rom (auch von Karl Lagerfeld) und bei Proenza Schouler in New York um Donatella Versace und Diane von Fürstenberg zu erweitern.
Ausserdem gibt’s Spielfilme rund um die Mode: Marie Antoinette und Belle de Jour, der eine meisterhaft inszeniert von Sophia Coppola der andere ausgestattet von Modegott Yves Saint Laurent persönlich.
Karl Lagerfelds einfühlsames Porträt „Lagerfeld Confidential“ (Bild Header) gewährt Einblicke in sein Privatleben und erzählt auch mal was von seinem Freund Jaques de Bascher und über sein berühmtes Kuschelkissen, und Anekdoten aus dem wilden Saint Germain der Sechziger.
Alle Sendungen sind auch auf DVD im Arte-Shop erhältlich und wirklich immer wieder sehenswert.

Die Doku über Yves Saint Laurent ist ein zeitgeschichtliches Dokument sondergleichen – ergreifend und voller Werte, die die Mode bestimmen und bestimmt haben.
Zitate wie „Chanel hat die Frauen befreit und Yves Saint Laurent die Mode“, Weggefährten wie Betty Catroux und Loulou de la Falaise und Mode Augure Edmonde Charles Roux bringen einem die Werte und die Unsterblichkeit von Saint Laurents Lebenswerk auf eindrucksvolle Weise nahe.
Der Film ist wie ein Schlüssel zu Saint Laurents Meisterwerken und bringt uns auf erschütternde und wunderbare Art die Kreationen und die Welt seiner Kollektionen und Farben nahe. Die russische Kollektion in seiner Opulenz genau so wie seine revolutionären Ansätze von Prêt-à-Porter und Rive-Gauche-Chic der sechziger Jahre – wer es gestern verpasst hat, hier nochmal der komplette Stream der Sendung:

Ein Sender wagt sich eine ganze Woche unter das doch „ach so unbedeutende Thema Mode“ zu stellen ohne Quoten-Druck, ohne einstellen auf die Masse und ohne Barriere, dass es sich nicht jeder leisten kann. Bravo Arte!

Ich freu mich auf jede einzelne Minute dieser Woche.

Objekt der Begierde

Die Mutter aller Monster a.k.a.: Großes Intro, nix dahinter – Lady Gagas Video zu „Born this way“

Je bekannter man wird und je besser das Debüt war, umso schwerer ist es die Messlatte beim zweiten Anlauf nicht mit runterzureißen. Lady Gaga hat das trotz erheblichem Gewichtsverlust mit ihrer neuen Single ganz gut hinbekommen. Das Cover der Single „Born this way“ sah so ja ganz funkig (entschuldigung) aus. Die Gaga mit wilder Mähne, n bisschen dünner seit Pokerface und so komische Beulen auf/in der Haut. Aber das macht ja nix. So wurde sie halt geboren. Das Lied: Nunja. Nicht so toll. Sie selber sagte in einem Interview, dass die viel Pot rauche während sie ihre Lieder schreibt (wer hätte DAS gedacht). Vielleicht wären andere Drogen besser gewesen, denn dann wäre es kein relativ langweiliges Popgenudel mit Textinhalt, den wir nun wirklich schon von TLC („Unpretty“) oder Christina Aguilera kennen („Beautiful“).

VIEL Pot hat hingegen Nick Night geraucht, der das Video des Liedes zumindest im Intro zu einem Bildinferno werden lässt, das auch ohne Drogen berauscht. Überhaupt sind die Bilder und Einstellungen im Video teilweise wirklich gut gelungen. Ergänzt werden sie von ein paar Mugler Outfits, ein bisschen Latex von Atsuko Kudo (der sich durch Frau Germanotta mittlerweile auch ein ganzes Latexschloss bauen könnte) und natürlich die Hautbeulen.
Ist alles schön anzusehen. Zumindest der Anfang und ein bisschen was zwischendrin. Hoffen wir jedoch, dass das kommende Album besser wird, als es das Lied verspricht. Sonst wäre es wirklich schade um die ganze Aufmerksamkeit die wir ihr schenken.

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Der wirklich einzige Eintrag zu diesem Thema – Guttenberg-Fashion

Nein was haben wir uns lustig gemacht. „Einen Copyrinha für Theo“, „Copypaste“ aus der Tube. Die Liste war lang. Jetzt ist er (ja – wir sind tagesaktuell) weg vom Fenster. Nun ist es ja so, dass es für alles immer T-Shirts geben muss. Denn falls jemand seinen Facebook-Newsfeed nicht verfolgt, kann man dann wenigstens auf dem Shirt lesen was gerade so los ist. So in diesem speziellen Fall auf den Shirts von Maegde&Knechte. „GUTTBYE“ oder „GETÜRKT + GETHEODORT“ steht auf den weißen V-Neck Shirt’s und signalisiert, je nach Einstellung des Betrachters, entweder Sympathie oder Schadenfrohsinn.
Weitere Bilder der Shirts gibts nach dem Klick

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Kim Jones ab sofort bei Louis Vuitton

Obwohl die Gerüchte schon seit Januar kursierten, überrascht die Nachricht dann doch: Seit heute ist einer meiner absoluten Lieblingsdesigner für die Men’s Ready-to-wear Studio-Linie und Style Director des französischen Labels unter der künstlerischen Leitung von Marc Jacobs verantwortlich und löst damit Paul Helbers ab, der 5 jahre für Louis Vuitton zuständig war.
Kim Jones war bis letztes Jahr für das Design des britischen Labels Alfred Dunhill verantwortlich, präsentierte seine erste eigene Kollektion 2003, arbeitete unter anderem für Labels wie Uniqlo, Mulberry, Alexander Mcqueen, Hugo Boss, Umbro und Topman, war als Stylist und Art Director für Magazine wie Dazed and Confused, Arena Homme +, Another Magazine, the New York Times T Magazine, 10 Men, V Men, i-D, Numero Homme und Fantastic Man aktiv und wurde 2006 und 2009 zum Menswear Designer of the Year vom British Fashion Council ausgezeichnet.

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Reißverschlüsse werden aufgedruckt – G-STAR RAW BY MARC NEWSON

Bevor ich euch liebe Horstsonians was zu den Teilen dieser Kooperation zwischen dem Designer Marc Newson und G-Star erzähle, habe ich eine Frage an Marketing und Werbung bei G-Star: Warum um alles in der Welt steckt ihr in diese Klamotten keine coolen Jungs mit 1A Street Credibility? Lookbook Bilder ohne Models oder Role Models zu fotografieren findet Daisy nicht gut. Ihr wollt ja auch, dass echte Menschen die Teile kaufen und das funktioniert in aller Regel besser, wenn man die Outfits gleich an welchen zeigt.
Aber sonst läuft alles bestens, T-Shirts, Hoodies und Hosen der G-Star Raw by Marc Newson Serie gefallen Daisy sehr gut, sind wirklich gelungen, wie man es von so einer Kollaboration, die seit 2003 geführt wird, erwarten kann.

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All-Time Fashion Ikone – Caroline von Monaco

Im Zuge von César- und Oscar-Verleihung und der Anhäufung von A-,B- und C- Promis, denen teilweise ihre geliehenen Kleider gar nicht passen, ob nun von der Kleidergröße oder dem Stil, fiel mir doch meine alte Freundin Caroline von Monaco ein, die seit ihrer Geburt eine Fashion-Ikone ist und gleichzeitig eines der prominentesten Paparazziopfer der Welt.
Als Caroline geboren wurde, waren es ihre Eltern, die gerade eine gigantische Marketingstrategie für den maroden Zwergstaat an der Côte d’Azur ersonnen hatten und die die Photorechte an dem Kind an die Paris Match verkauften.

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