Mehr Schwarz in verschiedenen Kombinationen, Materialien, Texturen und Schnittführungen passt nicht mehr in eine Kollektion. Wenige Teile in kräftigem Orange, das man aber Motel Red nennt, mit Schwarz abgedunkeltes Dunkelrot, Braun und Grau und ein strahlendes Weiß waren dann auch schon die einzig farbigen Momente in der von Paul Helbers, als Studio Director unter der Regie von Marc Jacobs verantworteten Kollektion für den kommenden Winter. Monochromie in der Großstadt: Muster kommen nur Ton in Ton vor. Als Schwarze LV Logoprints im Schwarzen Samt, als großes Schachbrett-Karo auf Schwarzem Wollstoff und – sehr effektvoll und neuartig im Look – ähnlich der Machart von Quilts horizontal verlaufend aneinandergenäht wirkende Schwarze Stoff – oder Lederstreifen für ein Hemd, einen Lederblouson und eine Lederweste. Man sieht alleine daran, wie groß das gute Handwerk bei Louis Vuitton noch geschrieben wird. Sowas Aufwändiges muss sich eine Modemarke ja auch leisten können. Für die Einfarbigkeit der Entwürfe sollen einerseits die Amish People in ihren schlichten Anzügen und Hemden Modell gestanden haben, aber auch das filmische Werk von David Lynch hat die Designer laut Eigenaussage inspiriert…
23. Januar 2011
Für Daisy ist Dries Van Noten nicht nur einer der besten Designer von Männerklamotten: Er ist mein ganz persönlicher Hosenkönig, der meine ohnehin
schon übergroßen Erwartungen auch diesmal nicht enttäuschte. Die absolute Krönung – eine Tintenblaue weite Anzughose, an deren Seiten so eine Art unregelmäßiger Kamm – der an den Seitennähten der Hose entlang weich in alle Richtungen fällt – dran geschneidert wurde, wie ein Bergchamäleon, das stolz seinen Rückenkamm präsentieren kann. Dass Hose plus doppelreihig geknöpftes Jackett aus ganz feinem und leicht glänzendem Wollstoff Blau in Blau nadelgestreift sind, macht den ganzen Anzug dann perfekt. Ob die Hose ein Zitat auf den Thin White Duke, David Bowie, das Chamäleon, ist, dessen dandyesker und glamouröser aber ansonsten reduzierter Kleidungsstil sich in der Kollektion für den nächsten Winter spiegelt, kann nur vermutet werden.
Das war eine Woche: Zuerst Fashionweek in Mailand, dann in Berlin die Bread and Butter und die Mercedes Benz Fashionweek und Peter treibt sich gerade in Paris zur Fashionweek rum. Ich blieb die ganze Zeit im beschaulichen Hamburg und beobchtete sämtliche Schauen aus sicherer Entfernung – ihr vielleicht ja auch und wurdet ja durch Horstson bestens auf dem Laufenden halten.
Hier die Highlights der Woche
1) Patrick Mohr hat es wieder geschafft: Er hat uns verblüfft. Diesmal mit einer komplett langweiligen Kollektion
2) So ist er der Jan – da bitte ich ihn, einen Bericht über die Armani Kollektion zu schreiben – und raus kam ein Bericht der sich gewaschen hat – Alles außer Armani!
3) Man kam sich vor, als ob man in die Umkleidekabine bei Gucci guckt. Der Livestream hat alle verblüfft und trug zur großen Erheiterung bei
4) Eigentlich kann Peter schon wieder Paris verlassen: Die beste Show dieser Saison lieferte unser Lieblingsdesigner Walter Van Beirendonck ab, oder?
5) Bei Thierry Mugler kam nicht nur eine spannende Kollektion raus – nein: Auch ein Video mit Musik von Lady Gaga und der Nicola Formichetti Muse Rick Genest alias Zombie Boy ist entstanden
6) Auch wenn man vielleicht mit der Mode des Labels ‚Billionaire Boys Club‘ – die Wohnung des BBC-Designers Pharrell Williams ist ein Knaller, oder?




