Weshalb näht man einem asymmetrischen Pulli, der schlecht sitzt, auch noch ein funktionsloses Läppchen an die Schulternaht? Bei kreativer Designermode aus
Berlin bin ich immer froh, wenn sich die Kunst der hauptstädtischen Klamottenhandwerker im Weglassen von unschönem Zierrat und perfekten Schnitten offenbart. Auf keine Designer treffen diese Attribute besser zu, als auf Daniela Biesenbach und Carl Tillessen mit ihrem Label FIRMA, das seit Mitte der Neunzigerjahre erfolgreich besteht. Die Kollektionsteile und Outfits der aktuellen Männerkollektion sind die für mich beste Männerkollektion Deutschlands – jenseits der Luxuslabel! Die körpernahen aber nicht einengenden Silhouetten verfolgen augenfällig das Ziel, den Körper durch makellose Schnittführung und perfekte Verarbeitung zu akzentuieren. Für mich ist es den Beiden mit der AW10/11 Kollektion für Männer wieder gelungen, Kleidung auf die Höhe der Zeit zu bringen. Dabei ist der Einfluss der Architektur der Pioniere der Bauhaus-Bewegung den radikal avantgardistischen Silhouetten anzumerken. Am Mann betrachtet ist ein Anzug oder eine Hose von FIRMA aber immer auch zeitlose Klassik.
22. Oktober 2010
Neulich gabs beim Modepiloten ein Post über geringelte Herrensocken und wie man sie denn findet. Erstaunlich war, dass es immer noch ein paar Kommentare gab, dass sowas albern wär. Aber ist es nicht so, dass es auch was erfrischendes hat, wenn ein Mann zum Anzug knallbunte Socken anhat statt knallgraue? Und was sagen die Menschen, denen rote Socken schon zu wild sind, zu den Socken von Giles Deacon für Happy Socks?
Die Socken oben sind nur ein kleiner Teaser: Der Ungaro Designer hat 5 weitere Sockendesigns entworfen, die Anfang Dezember in einer Sammelbox verkauft werden. Die Box ist limitiert auf 1.000 Stck und wird um 70€ kosten. Und das Besondere: 25% des Verkaufspreises (warum eigentlich nicht mehr?) gehen an The Elton John Aids Foundation. Und das find ich gut! Und das sollten auch die Zweifler der bunten Socken gut finden. Und im Zweifel die Socken einfach verschenken.
Als der erste Wettbewerb eines namhaften Museums für Kurzvideos vom Guggenheim Museum in New York – A Biennal of Creative Video – initiiert und lanciert wurde, konnte niemand ahnen, dass am Ende 23.000 Teilnehmer aus 91 Ländern dabei sein wollten. Selbst die Jury hatte keinen Begriff davon, wie viele Kreative es gibt, die ihre kleinen Werke fachkundig beurteilt haben wollten. In der Hoffnung, am Ende zu den Besten zu gehören, deren Filme auf der Guggenheim Play Site vorgestellt wreden und: Mittels Projektion am Guggenheim New York zu sehen sind. Und zwar gestern und heute – von Sonnenuntergang bis 22:30 Uhr auf der Fassade des Guggenheim Museum New York. Und im Museum auf der Rotunde. Für die unter euch, die gerade nicht in New York sind, gibt es hier einen Livestream.
Gesichtet und ausgesucht wurden die nunmehr in der Shortlist angelangten besten Videos von einer sehr illustren Jury aus Künstlern aller Disziplinen. Darunter Laurie Andersen, Takashi Murakami, Stefan Sagmeister, Douglas Gordon, Ryan Mc Ginley, Marilyn Minter, Darren Aronovsky, Shirin Neshat, Apichatpong Weerasethakul, die Juryvorsitzende Nancy Spector und die Gruppe Animal Collective. Einige O-Töne der Jury könnt ihr hier sehen.
Sehr gut gelungen ist diese erste Collaboration zwischen dem Guggenheim. Guggt ruhig mal rein ins Guggenheim. Vom 22. Bis zum 24. Oktober sind die Filme auch auf dem zweiten Level im Museum zu sehen.
www.guggenheim.org
Worüber wir nochmal sprechen sollten: TOKIO HOTEL in L’Uomo Vogue #414
Posted on 22. Oktober 2010Um eins mal klarzustellen: Ich bin kein Tokio-Hotel-Feind. Aber auch kein Freund. Aber natürlich geht das (abnehmende) Phänomen „Tokio Hotel“ nicht spurlos an mir vorbei. Und meinem Respekt gilt die Tatsache, dass sie es zumindest geschafft haben, ein deutsches Musikprojekt über die Landesgrenze hinaus bekannt zu machen. Aber sie haben mich bisher wenigstens in Ruhe gelassen und ich musste mich nicht mit Bill, Tom, und den anderen beiden von denen ich den Namen nicht weiß und wo ich auch keine Lust habe diese zu googlen, auseinandersetzen. So, und nun liegen sie bei mir auf dem Wohnzimmertisch zwischen der Best Fashion und der Bunten. Also im Grunde genommen zwischen einer Jacke von Burberry Prorsum und Patricia Riekel. Ich sollte meinen Wohnzimmertisch mal wieder aufräumen.
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