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10. Oktober 2010

Allgemein

Marithé + Francois Girbaud – Wattwashed Jeans

Die rhetorische Frage danach, ob die Jeans von Designern, denen Nachhaltigkeit ein großes Anliegen ist, nach trister Ökoware aussehen müssen, beantwortet in dieser Branche niemand mit solcher Grandezza wie die Franzosen Marithé + Francois Girbaud: Nein, müssen sie nicht, ganz und gar nicht! Marithé + Francois Girbaud haben schon vor mehr als zwanzig Jahren von Streetstyles inspirierte Kollektionen gebracht, da hat sich wirklich noch niemand für den Begriff interessiert. Das Designerehepaar gilt als Erfinder bearbeiteter Jeans- oberflächen; sie waren die ersten, die mit Wasser, Steinen und anderen Hilfsmitteln dem ansonsten etwas unspektakulären Denim mittels innovativen und attraktiven, davor ungesehenen Stonewashed-Optiken zu neuer modischer Anziehungskraft verholfen haben. Ich habe mich schon oft gefragt, weshalb das Label in Deutschland so unbekannt ist (komischerweise auch bei den Trendnasen der Modeblogs kein Thema), obwohl nur ganz wenige Designer mich mit so unglaublich vielen großartigen Jeans und Hosen nebst anderen Kollektionsteilen seit langen Jahren immer wieder von ihrem Können überzeugen. Immer wenn ich auf der Straße einen Mann in tollen (auch farbigen) Jeans aus High-Tech-Material sehe, mit einem Schnitt, der sehr lange Beine macht, dann denke ich automatisch: das könnte eine Hose von Marithé + Francois Girbaud sein.

Dabei wirken die Teile der Designer nie nach glatter Designerware , sondern einfach nur nach gut gemachten, coolen Styles. Damit hat Mann in aller Regel schon genug Gründe, sich mal eine tolle Hose dieses Labels anzuschaffen. Nun kommt noch ein weiterer dazu, der uns allen wichtig sein sollte und gut gefallen könnte: Bei Marithé + Francois Girbaud wird Corporate Social Responsibility ganz groß geschrieben. Man hat so lange geforscht, bis neue Techniken zur Oberflächenbearbeitung von Denim und anderen Materialien gefunden wurden, die es erlauben, mehr als 95 Prozent der großen Wassermengen zu sparen, die ansonsten bei Textilveredelungsproze- duren eingesetzt werden müssen, um aus langweiligem Denim aufregende Jeans zu machen. Die geschützte Trademark dazu heißt: WATTWASHED… und bezeichnet das patentierte Verfahren, Denim mittels Licht und Laser zu gestalten – eingetragen unter dem Namen der beiden Designer.

Auch wenn CSR in der Modebranche leider noch keinen großen Stellenwert genießt, weil der Verbraucher einfach tolle Klamotten haben will, die er bezahlen kann und in denen er gut aussieht, werden in Zukunft immer mehr Verbraucher daran interessiert sein, wie sich Unternehmen in Sachen Umwelt und der Verantwortung für die Menschen verhalten. Und ich finde, wenn dann die Designs auch noch besser sind, als vieles andere am Markt, dann hilft das dabei, das Bewusstsein der Kunden und der Hersteller positiv zu beeinflussen. Wenn ihr Zeit und Lust habt, könnt ihr auf der Website des Labels auch die aktuelle und alle Kollektionen bis hin zur Active Wear Collection begutachten, die mit einem sehr originellen Survival Guide vorgestellt wird. Schön an den Designs finde ich auch die originellen Silhouetten, die oftmals futuristisch anmutenden Schnitte, das Spiel mit verschiedenen Längen und die Anleihen bei der Sportswear. Irgendwie machen die Klamotten jung und manchmal auch sehr lange Beine. aber schaut doch selbst, ob ihr die beiden innovativen Franzosen so mögt wie ich.

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Die Woche auf Horstson

Langweilig war die Woche wirklich nicht, und wenn ich meine persönlichen Highlights hier so sehe, muss ich sagen, dass ich, wenn ich nicht sowieso täglich auf Horstson vorbeischauen würde, in Zukunft täglich auf Horstson vorbeischauen. Hier das, was ihr vielleicht verpasst habt, oder was ich empfehle, nochmal zu lesen:

1) Die Milchmädchenrechnung der Mary Scherpe: Warum der Begriff Michmädchenblogger falsch ist, und was wir den Namensgebern empfehlen, lest Ihr hier
2) Die Welt drehte sich letzte Woche um Louis Vuitton: Das Label zeigte nach der Ready-to-Wear in Paris eine 360° Show, und wir durften schonmal vorab Marc Jacobs kreiseln lassen
3) Mein Lieblingsdandy Patrick McDonald hat ein ganz persönliches Statement über Mode abgegeben
4) Blomquist hat sich die Jeremy Scott x adidas gekauft und in den Kommentaren wurde überlegt ob man die auch auf Sylt oder auf dem feinen Hofweg in Hamburg tragen kann
5) Peter schaute sich die Chanel Modenschau an, und ist sich sicher, dass der Trend in der Mode zurück zu den Wurzeln geht
6) Ihr wollt mich anscheinend halbnackt sehen: zur Zeit stehen die Chancen gut, dass ihr das auch werdet. Bei dem Voting, was ich zu meiner neuen Pailettenhose anziehe führt der freie Oberkörper.