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4. Juli 2010

Allgemein

Wie viel Stil ist zu viel?

Vor dem Spiel gegen Spanien, das mit zirka 3: 1 gewonnen wird, haben wir noch eine kleine Stilfrage in Schwarz-Rot-Gold zu klären.
Als unser Bundestrainer seinen letzten gesicherten Fashion-Fauxpas begangen hat, da waren einige der Leser hier noch auf der Grundschule. Damals liefen die von den Strehles adoptierten Strenesse-Drillinge Bierhoff, Loew und Flick noch in quietschbunten Kurzhosen über die Rasen der Republik. Vollkommen unbeschwert von der Sorge, ob Fußballer und deren Betreuer in Designerklamotten auf Fotos der Topfotografin Ellen von Unwerth in Büchern und auf anderen Werbemittelchen auch wirklich gut vermarktet werden könnten.
Doch dann begab es sich, dass mit den Werbegurus und PR-Spezialisten, die in Heerscharen bei uns einfielen, auch hier das totale Marketingzeitalter des Fußballsports anbrach… so wurde unser Bundestrainer Jogi Loew zu einer Werbeikone der Mode und des Lifestyle gemacht. Weil es andernfalls verdammt schwer bis unmöglich wäre, Klamottenkollektionen, Pflegemittelchen, Reisen, etc. zu verkaufen. Da ist das Siegen bei WM und EM schon eine verdammt harte Sache geworden, nun muss Jogi sich auch noch um den Produkt- und Dienstleistungsmarkt der Republik höchstpersönlich kümmern.
Uns treiben aber nicht Neid oder Missgunst auf so viele Werbemillionen an, sondern die Frage: Wie viel Stil ist bei Männern zu viel? Ab wann wirkt es lackaffig? Wer kann warum schon mal etwas dicker auftragen? Macht zu viel Stil alt? Wird mit dem Stilgedöns etwa die Absicht verfolgt, (erfolg)reicher zu wirken, als man ist? Kann Mann uncool wirken, vom Scheitel bis zur Sohle in eine einzige Symphonie der Labels gewandet?
Einige gänzlich unwissenschaftliche Behauptungen dazu: Alles, das allzu bemüht, durchkomponiert oder zwanghaft wirkt, ist definitiv zu viel. Wer will immer mehr Männer sehen, die gleich aussehen. Deren Blueprints jene bekannten Vertreter aus Wirtschaft, Medien und Politik sind, bei deren Erscheinen ich reflexhaft wegschalte oder dringend weiterblättern muss. Lang- weilig und unsicher wirkt das. Ein Mann, der sich nicht allzu viele Gedanken darüber zu machen scheint, ob das Hemd in Petrolblau auch wirklich zu der Lieblings-Schluffihose in Graublau passt, sammelt bei mir mehr Punkte. Wirkt souveräner und sinnlicher. Etwas weniger Savile Row, Zegna und Gucci können jung und schön machen. Ein Mann mit tollen T-Shirts ist tendenziell fantasievoller und origineller, als einer mit 64 Maßhemden, von der Perle nach Farben sortiert. Und das in wirklich jedem Alter!
Weil Horst mir wegen der negativen Wellen in Richtung Südafrika verboten hat, Horstson Leser zu beeinflussen, frage ich fast ohne Hintergedanken, wie euch die Loew-Bierhoff-Flick-Strenesse-Runwayshow in neoexistenzialistischem Schwarz so gefällt. Ist Fußball mit Bundesjogi in Schwarz noch ein echter Jungssport?

Und ein paar Bilder von richtig eleganten Pinkeln, die es sich aber leisten können, gebe ich dazu und stelle sie ebenfalls zur Diskussion. Erhellt uns bitte!

Bilder: Christoph Schlingensief, Tom Ford by Mathias Vriens, Götz Alsmann

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Kurt Cobain x Worn By


Kurt Cobain, Gott hab ihn seelig! Smells like Teen Spirit ist immer noch einer meiner Lieblingssongs und von meinem IPod nicht runterzukriegen. Der Godfather of Grunge hat uns schon vor 20 Jahren gezeigt, was modisch geht: niemals gebügelt, gerne alles durcheinander tragen, Haare sind mühevoll zu einer Nichtfrisur verfettet und immer ein wenig so aussehen, als ob man etwas müffelt. Erinnert mich an den 08/15 Berliner – Mitte Jungen von nebenan. Nur in kreativ und nicht nach Narciso Rodriguez riechend.
Shirts von Worn By, um 40€

Bilder Shirts: PR

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Miami Vice x Christian Lacroix

Miami Vice 2.0 könnte man zur neuen Kollektion von Christian Lacroix auch sagen, Mach ich natürlich nicht, sondern stell einfach die beiden Bilder ganz keck nebeneinander. Ich frage mich aber, ob Espandrillos wirklich wieder Trend sind, werden oder waren. Ich mag diese Teile nicht, und wer mir erklären kann, was an diesen Schuhen so toll ist (ausser der Preis – 5€ für ein Schuhpaar ist ein Schnapper), der möge mir das bitte mitteilen.

Bilder: Stylecrave, Cinefacts